Der Spandauer SV in der Zweiten Liga

Beinahe der erneute Aufstieg

Die Spandauer setzten ihre Abenteuerreisen durch die Zweite Liga ohne den Handballer fort. Aber bis zum letzten Spieltag mit dem gleichen Trainer: Fritz Martin. Warum hätte man ihn auch entlassen sollen? Besonders aufregend, so meint Suchanek, sei der Ausflug ins damals noch ziemlich neue Westfalenstadion Dortmund gewesen. »Vor dem Spiel haben wir getippt, wie hoch Borussia das Spiel gewinnen würde, die meisten Voraussagen lagen irgendwo zwischen 8:0 und 12:0.« Aber die Kulisse von 30 000 Zuschauern hemmte den krassen Außenseiter nicht, sondern beflügelte ihn. Zur Pause stand es nur 1:0 für die Gastgeber, und auch in der zweiten Halbzeit wehrten sich die Viertelprofis aus der Berliner Vorstadt tapfer. »Wir haben gespielt wie aufgedreht.« Erst in der vorletzten Minute schoss der BVB das 3:0.

Nach Dortmund reiste die Mannschaft übrigens wie zu den meisten Spielen an Rhein und Ruhr mit dem Flugzeug. Morgens am Spieltag ging es von Tegel aus los, abends mit dem letzten Flug wieder zurück. Der SSV hatte sich für diese vergleichsweise luxuriöse Anreise die Unterstützung des Senats gesichert, zum Ärger der Lokalrivalen Wacker 04 und Tennis Borussia, die Bus fahren mussten.

Dritter in der Oberliga Berlin

»Wir haben ein Jahr lang Spaß gehabt«, sagt Suchanek, was einen lehrt, dass Fußball nicht nur ein Ergebnisspiel ist, sondern auch eines der Erwartungen. Suchanek selbst verhalf die Saison beim Punktelieferanten zu einem Transfer zum MSV Duisburg in die Bundesliga. Mit Holger Zippel wechselte ein weiterer Spieler zu Alemannia Aachen, ansonsten blieben die Verprügelten in Rot-Weiß nach dem Abstieg zusammen.

Dass die Saison keinen größeren Schaden angerichtet hatte, zeigte sie im Jahr danach. Der SSV wurde Dritter der Oberliga Berlin und nahm erneut an der Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga teil, weil Meister BFC Preußen aus finanziellen Gründen zurückzog und Herthas Amateurmannschaft nicht aufsteigen durfte. Die Rückkehr in die Zweite Liga verpassten die Spandauer damals knapp, aber vielleicht war das auch ganz gut so.