Der schlimmste Torjingle aller Zeiten

„Da Dub Dub Dub Yeah“

Der Ton macht die Musik. Und in den Fankurven gerinnt die Musik zum so genannten Torjingle. Meist handelt es sich dabei um Gassenhauer, manchmal um klassische Klänge. In Gladbach hingegen darf Scooter herumgrölen. Ein Ärgernis. Imago Gleich werde ich zwei großen Personengruppen zu nahe treten. Zum einen betrifft dies die Anhänger von Borussia Mönchengladbach. Und zum anderen die Fans der Kirmesband „Scooter“ rund um den schreihalsigen Frontmann H.P. Baxxter. Ersteren gegenüber tut es mir leid, bei letzteren – nun ja. Aber über den Musikgeschmack lässt sich bekanntlich genauso intensiv streiten, wie über die Wahl des Fußballvereins. Mein Lieblingsklub ist halt der vom linken Niederrhein – Absteiger aus der Ersten Bundesliga, Fehlstarter in der Zweiten Liga.

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Doch mein Ärger rührt nicht etwa von sportlicher Seite her. Keineswegs. Ich bin seit geraumer Zeit auf bestem Wege abzustumpfen. Und zwar derart abzustumpfen, dass mich selbst eine 4:1-Klatsche beim FSV Mainz 05 nicht mehr aus der Fassung bringt (Insider wissen: das ist eine Lüge). Mein Ärger bezieht sich auf den Torjubel bei Heimspielen, den überaus seltenen Torjubel. Mich stören aber nicht etwa egozentrische Solisten-Jubler wie einst Wesley Sonck nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich bei der letzt jährigen Pokalpleite in Osnabrück. Ebenfalls gräme ich mich nicht, dass es kaum Grund zur frenetischen Freude gibt (Insider bemerken erneut: auch dies ist eine freche Lüge). Mich ärgert, dass sich meine Nackenhaare sträuben, sich die Stirnfalten vervielfältigen und meine Augenbrauen gen Boden schnellen, wenn mein liebster Verein einen Treffer erzielt. Anlass dazu ist der bei Torerfolgen gespielte Jingle: „Maria (I like it loud)“ von Scooter.

Es gehört ja seit geraumer Zeit zum guten Ton, dass Fußballklubs bei Heimspielen nach Torerfolgen ein Lied erklingen lassen. Ein Lied, das den Torjubel einläutet, ein Lied das eigens für den Verein steht. „Song 2“ von Blur beim FC St.Pauli etwa. In Gladbach ist es eben Scooter. Und das war mitnichten eine autokratische Entscheidung von Rolf „Sunshine“ Königs, dem umstrittenen Präsidenten des Zweitligisten. Nein, die Anhänger selber durften vor geschätzten zwei Jahren auf der Vereinshomepage abstimmen. Voten, wie es so schön heißt. Worin die Auswahl bestand, daran kann ich mich nicht mehr entsinnen. Worauf die Wahl fiel, das wird mir in überschaubaren Zeitabständen immer wieder zu Gehör geführt.

Worin mein Problem besteht? Einfache Antwort: Mit der landläufigen Assoziation, die bei Scooter entsteht. Man wählt ja nicht bloß ein Lied, man streift sich auch den Ruf der Musikkapelle über die eigene Haut. Und der Ruf von Scooter ist desolat. Außer vielleicht auf der Kirmes oder dem Jahrmarkt. Böse Zungen werden behaupten: „Passt doch wie die Faust aufs Auge. Denn wie Scooter musiziert, so spielt die Borussia auch Fußball.“ Ich aber entgegne: Vorsicht, das ist immer noch mein Verein. Und wenn der ein Tor erzielt, dann wird inbrünstig gegrölt. Aber doch bitte nicht zu dem Refrain von „Maria (I like it loud)“.

Der geht nämlich so:


„Dub Dub Dub Da Da Dub Dub Dub
Da Dub Da Dub Da Da Dub Dub Dub
Dub Dub Dub Da Da Dub Dub Dub
Da Dub Da Dub Da Da Dub Dub Dub

Yeah

Dub Dub Dub Da Da Dub Dub Dub

Come on

Da Dub Da Dub Da Da Dub Dub Dub“


Versteht ihr mich jetzt?

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