Der Niedergang von Leyton Orient

Theo der Drache

Beim englischen Viertligisten Leyton Orient geht es drunter und drüber. Dem Verein drohen Abstieg und Insolvenz. Für die Revolution braucht es daher einen ganz besonderen Charakter, einen wie Theo den Drachen.

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Es gibt Momente im Fußball, da verliert auch ein harmloses Maskottchen die Fassung. So wie jüngst beim Revierderby auf Schalke, wo Knappe Erwin zur Tat schritt. Und dann gibt es Situationen, die selbst solche Momente blass aussehen lassen. Es geht um Theo the Dragon und seinen Verein, den englischen Viertligisten Leyton Orient.

Theo blüht auf

Kaum eine Geschichte im englischen Fußball ist so bitter wie die der O’s. Londons zweitältester Fußballklub steckt in einer Krise, die beim ersten Blick wie eine klassische Horrorgeschichte englischer Fußballinvestoren aussieht, auf den zweiten aber noch viel schlimmer ist. So schlimm, dass selbst Theo the Dragon, der gewöhnlich so langweilig ist, dass er eine gesamte Netflix-Komödie damit inspirierte, am Wochenende ausrastete.

Noch im letzten Jahr war er kaum in Erscheinung getreten, hatte höchstens ein paar mal gewinkt und war in einem Spiel sogar einfach nach der Halbzeit-Pause verschwunden, was zwei Netflix-Produzenten auf die Idee zu ihrer Komödie »Mascots« brachte. Anders aber am vergangenen Wochenende.



Es ist dieser Gesang der Leyton-Anhänger, den der rote Drache beim Liga-Spiel gegen die Wycombe Wanderers anstimmte, um dann, Fäuste in die Luft schlagend, selbst in die „Becchetti Out!“-Rufe einzustimmen.

Früher war besser

Bei Leyton Orient läuft es gerade nicht so – wobei »gerade« in diesem Fall etwas untertrieben und »nicht so« eigentlich eine Lüge ist. Seit Jahren kämpfen die Fans gegen Vereinsspitze und Eigentümer. Mittlerweile geht es um nichts weniger als die Existenz des Clubs. Dabei waren die Hoffnungen vor einigen Jahren noch so groß, als ein italienischer Unternehmer namens Francesco Becchetti 90 Prozent des Vereins erwarb.