Der Niedergang des 1.FC Kaiserslautern

Langfristige Besserung scheint nicht in Sicht

Die Kuntz-Nachfolger konnten das Ruder nicht wie erhofft rumreißen, sondern haben das Schiff – in der Fangemeinde gerne die »Unzerstörbar« genannt – in noch stürmischere Gewässer manövriert. Aktuell stehen die Roten Teufel abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der zweiten Liga, das diesjährige Ziel »eine sorgenfreie Saison spielen« wurde schon wieder in die Tonne gekloppt. Langfristige Besserung scheint nicht in Sicht. Ein Abstieg in die 3. Liga gilt als finanzieller Super-GAU mit unabsehbaren Folgen.

Jetzt wurde als Sofortmaßnahme mal wieder der Trainer gewechselt, aber die Hauptprobleme des FCK sind geblieben: Zu wenig Geld, stetig bröckelnder Zusammenhalt, kein fundiertes Zukunftskonzept. Abhilfe schaffen soll nun eine Ausgliederung, so planen es jedenfalls Vorstand und Aufsichtsrat, verbunden mit der Suche nach einem Großinvestor. Als ob sich das Loch im Eimer schließen ließe, indem man einfach mehr Wasser nachgießt.

»Der Wendepunkt ist hier und heute.«

Ob es überhaupt soweit kommt, ist aber noch offen. Im Dezember ist die nächste Mitgliederversammlung bei den Roten Teufeln, dann wird wohl der umstrittene Aufsichtsrat abgewählt. Auch die Zukunft des Vorstands hängt maßgeblich von den sportlichen Ergebnissen der nächsten Monate ab. Im Umfeld des FCK wird wie fast jedes Jahr schon wieder von sich formierenden Oppositionsgruppen gemunkelt. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Gries, vor einem Jahr noch der Macher der später verpufften Aufbruchstimmung, versuchte in einer vom Papier abgelesenen Erklärung die Wende herbeizureden: »Ja, wir sind in einer handfesten Krise. Aber jede Krise hat einen Wendepunkt – und dieser Wendepunkt ist hier und heute.«

Gries tätigte diese Aussage am Mittwoch bei der Präsentation des neuen Trainers. An der Seitenlinie soll es nun also Jeff Strasser richten, der ehemalige Europacup-Spieler des FCK, der den Trainerlehrgang zusammen mit Leuten wie Domenico Tedesco oder Julian Nagelsmann absolviert hat. »Ich bin ein Stück weit nach Hause gekommen«, sagte der Luxemburger bei der Rückkehr in seine alte Fußballheimat. 

Wer heute im Kellerduell gegen die SpVgg Fürth ein altes Jeff-Strasser-Trikot anzieht, wird kostenlos ins Fritz-Walter-Stadion gelassen. 40.000 Zuschauer wie vor einem Jahr gegen Hannover oder Stuttgart werden trotzdem nicht kommen. Es werden maximal noch halb so viele erwartet.