Der große Jahresrückblick 2018 (3): Juli - September

August: Youngsters und alte Säcke

August 

Aufreger des Monats: DFB Pressekonferenz 

Nach zwei Monaten Bedenkzeit gaben Joachim Löw und Oliver Bierhoff die lang erwartete Pressekonferenz zum WM-Desaster. 48 Minuten lang wurden Fehler eingestanden und ein allumfassender Umbruch angekündigt. Rücktritte gab es nicht. Dafür soll es mehr öffentliche Trainingseinheiten geben und Thomas Schneider kein Co-Trainer mehr, sondern Leiter der Scoutingabteilung sein. Am Ende blieben mehr Fragen als Antworten hängen: Ist das jetzt ein Neuanfang oder ein Umbruch? Was ist überhaupt der Unterschied? Und vor allem: Darf man noch »Die Mannschaft« sagen?

Spieler des Monats: Max Meyer

Unrühmlicher hätte der Sommer für den qua Berater selbsternannten »Weltklassespieler« Max Meyer nicht laufen können. Nachdem er sich mit der Hoffnung auf einen Wechsel zu Barcelona oder Real Madrid aus seinem Jugendverein Schalke 04 rausgeekelt hatte, wollte einfach kein großer Klub anbeißen. Letztendlich erbarmte sich Crystal Palace, den wechselwilligen Jungprofi aufzunehmen. Wenn dieser Transfer nicht schon gereicht hatte, um den Höhenflug des 22-Jährigen zu stoppen, holte ihn spätestens die Transfervorstellung von Crystal Palace auf den Boden der Realität zurück. Erst schrieb der Londoner Verein Meyers Namen falsch, um dann auch noch ein Foto von Joshua Kimmich zu posten. Hätte sich der Youngster in seinen letzten Monaten bei Schalke nicht so dermaßen idiotisch aufgeführt, könnte man fast Mitleid mit ihm haben.

Spiel des Monats: SV Rödinghausen - Dynamo Dresden (3:2)

Der 34-jährige Trainer Enrico Maaßen wird bei der Auslosung der ersten DFB-Pokalrunde sparsam aus der Wäsche geschaut haben. Ausgerechnet sein alter Dorfklub Drochtersen-Assel, den er in den DFB-Pokal geführt und im Sommer für den größeren Verein SV Rödinghausen verlassen hatte, zog das Traumlos FC Bayern München. Maaßen musste sich mit Dynamo Dresden begnügen. »Immerhin«, wird er sich gedacht haben, »ein Los mit Überraschungspotenzial«. Und tatsächlich: SV Rödinghausen gelingt es mit dem Zweitligisten mitzuhalten und ein packendes Spiel zu gestalten. Nach 45 Minuten steht es bereits 2:2. Daraufhin rettet sich der Regionalligist in die Verlängerung, in der Maaßen in der 109. Minute den 20-jährigen Maximilian Hippe ins Spiel bringt. Ausgerechnet der ist es, der den Außenseiter dann in der dritten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung in die zweite Runde schießt. Und diese Geschichte endete nicht mal hier. Denn wen bekam Enrico Maaßen in der zweiten Runde zugelost? Natürlich. FC Bayern München.

Video des Monats: Alles muss man selber machen

Es ist die 95. Minute im Spiel gegen Orlando City. Der Gegner läuft auf das leere Tor zu. Dann schlägt die Stunde von Wayne Rooney.