Der große Jahresrückblick 2018 (1): Januar - März

Februar: Von Superhelden und Narren

Februar

Aufreger des Monats: Mark Flekken will was trinken - und bekommt ein Tor eingeschenkt

Duisburgs Torwart Mark Flekken steht mit leicht gebeugten Knien und gebücktem Oberkörper wie angewurzelt da. So als würde er einem Nachwuchstorwart die Torwartgrundstellung demonstrieren oder auf die Ausführung eines Elfmeters warten. Das Problem: Er steht einen Meter hinter der Linie, mitten im Tor. Seine vorbildliche Grundstellung bringt ihm sowieso nichts mehr, denn er hat sich gerade ein Gegentor gefangen - und zwar das kurioseste des Jahres: Nach einem Treffer für Duisburg nimmt Flekken seine Flasche aus seinem Tor, um etwas zu trinken. Da im Stadion schon die Torhymne erklingt, bemerkt der Arme weder, dass das Tor nicht gegeben wurde, noch, dass sich schon wenige Sekunden später ein Angriff seinem Kasten nähert. Ingolstadts Stürmer Stefan Kutschke nutzte diese einmalige Gelegenheit und schoss das wohl einfachste und berühmteste Tor seiner Karriere. Am Ende gewann Duisburg trotzdem und so kann Flekken schon schnell über sein Tor lachen: »Ich glaube, ich lege diese Trinkflasche nie wieder in mein Tor«. Kann er auch gar nicht. Seine Trinkflasche wurde darauf für einen guten Zweck versteigert.

Spieler des Monats: Michy Batshuayi

Er kam als Ersatz für den schmollenden und streikenden Aubameyang und schlug ein wie eine Bombe: Michy Batshuayi. Nicht nur sein Hang, sich als Comic-Superheld darzustellen, erinnerte uns in den ersten Monaten an seinen Vorgänger. Denn der extrovertierte Belgier besitzt denselben Torriecher wie Auba und traf schon in seinem ersten Spiel für Dortmund doppelt. An dieser Stelle ist es angemessen, den Herren Aki Watzke und Michael Zorc ein Kompliment auszusprechen. Die beiden wissen immer so genau wer einschlägt und wer nicht, dass es einen nicht wundern würde, wenn die beiden sogar wüssten, wie Minesweeper funktioniert.

Spiel des Monats: Das Montagsspiel zwischen Frankfurt und RB Leipzig

Was in England, Spanien und Italien zu einem üblichen Spieltag dazugehört, sollte nun auch in der Bundesliga eingeführt werden: Das Montagsspiel. Es war der Start eines zum Scheitern verurteilten Experiments. Das erste Montagsspiel der Bundesligasaison wurde ausgerechnet in Frankfurt ausgetragen, deren Fans bei den Herren des DFB ohnehin für ihre deutliche Kritik berüchtigt sind. Die sahen an diesem Montagabend, wie ein durchaus attraktives Fußballspiel in den Schatten einer riesigen, koordinierten Protestaktion geriet. Hunderte Banner offenbarten Parolen wie »Vallah! Montag ist haram« oder »Fußball ist für Fans, nicht für Sesselfurzer«. Vor dem Spiel tönte »I Don’t Like Mondays« aus den Boxen und der Klang von über zehntausend Trillerpfeifen übertönte die Pfiffe des Schiedsrichters Felix Zwayer. Nach zwei Stunden ging ein absurdes Fußballspiel zu Ende, dessen Endergebnis man erst am Ende jedes Spielberichts lesen konnte. Frankfurt gewann mit 2:1.

Video des Monats: Der Brasilianer Dodo mit einem echtem Kack-Elfmeter

Man braucht wirklich jede einzelne Zeitlupe, um zu kapieren, wie um alles in der Welt Dodo diesen Ball geschossen hat.