Der große Jahresrückblick 2017 (4): Oktober - Dezember

Dezember: Das große Peter-Karussell

Dezember

Aufreger des Monats: Das Peter-Karussell
Das Peter Bosz irgendwann würde gehen müssen, war spätestens mit dem quasi verlorenen Derby gewiss. Dass er allerdings ersetzt werden würde von Peter Stöger, der grade erst in Köln entlassen worden war, überraschte das Land dann doch. Zumal mit Peter Neururer ein ebenfalls hochqualifizierter Peter frei gewesen wäre. Doch Dortmund entschied sich für Stöger, der so innerhalb einer Woche den steilsten Karrierboost erfuhr, seit Daniel Küblböck (der eigentlich Daniel Dominik Kaiser-Küblböck heißt) mit »You Drive Me Crazy« auf Platz 1 der thailändischen Charts schoss. Was Daniel Küblböck jetzt macht, wissen wir nicht. Was Peter Stöger macht, dagegen schon. Er lacht sich, wie seit vier Wochen jeden Tag, auch heute wieder ins Fäustchen.

Spieler des Monats: Mario Gomez
Mit der Nachricht hatte keiner gerechnet: Mario Gomez kehrt nach Stuttgart zurück! Doch kurz vor Weihnachten trudelten tatsächlich diverse Push-Meldungen ein, die eben das behaupteten. Und die also verkündeten, dass der Mittelstürmer nach acht Jahren wieder dahin wechselt, wo alles anfing. Wo er zum gefürchteten Torjäger reifte und sich ins Schaufenster ballerte. Von wo aus er auszog in die Welt, nach München und Florenz, Istanbul und, nun ja, Wolfsburg. Um endlich anzukommen in einer Stadt, die ihn - hoffentlich - spätestens nach den ersten Toren nicht nur akzeptieren, sondern auch zu Füßen liegen wird, die ihn lieben wird, so wie er es schon in anderen Städten verdient gehabt hätte. Toi, Toi, Toi. 

Video des Monats: Heiko Herrlich im Pokal
Es gibt Momente, die einen Menschen auf ewig in einem anderen Licht erscheinen lassen. Wenn beispielsweise der Klassenkamerad, den man ob der ungewaschenen Haare immer etwas komisch fand, im Ernstfall als Erster und Einziger reagiert, und die eigene, wegen eines tückischen Wespenstichs zugeschwollene, Luftröhre mit einem gezielten Kugelschreiberhieb freilegt. Oder wenn ein Trainer wie Heiko Herrlich sich zu einer Aktion wie der im Spiel gegen Gladbach hinreißen lässt. Und danach auf ewig der Trainer sein wird, der uns an Norbert Meier erinnert.



Spiel
 des Monats: Köln-Freiburg 3:4
Wer das Revierderby verpasst hatte, bekam noch eine zweite Chance auf verrückten Bundesligafußball: das Spiel zwischen Köln und Freiburg. In dem es für die Kölner um nicht weniger ging als um den letzten Strohhalm und in dem die Mannschaft, mit zwei gelernten Außenverteidigern im Sturm, loslegte wie die Feuerwehr. Um nach einer halben Stunde mit 3:0 vorne zu liegen. Was die zusammengewürfelte Truppe offensichtlich dermaßen verwirrte, dass sie in der Folge umherirrte wie eine Grundschulklasse beim Hallenhockey. Was wiederum Nils Petersen auf den Plan rief, den Freiburger Torjäger, der plötzlich auch wieder in Spielen traf, in denen er von Anfang an auf dem Platz stand. Und der im Kölner Schneetreiben Tor um Tor schoss, zwei davon in den Minuten 89 und 91, bis seine Mannschaft tatsächlich führte, drei Punkte mitnahm und die Kölner in die tiefste Depression seit Februar 2009 führte, als Podolski ob Terminproblemen seine Teilnahme am Karnevalsumzug absagen musste. Bitter.