Der große Abstiegs-Check (1)

Hamburger SV

Hamburger SV (17 Punkte, 18:34 Tore)

Erst zwei Punkte in der Rückrunde, seit dem 13. Spieltag ohne Sieg: In Hamburg brennt der Dino. Mal wieder. Die ganze Hamburger Misere lässt sich an zwei Zahlen ablesen: Die wechselnden Hamburger Keeper mussten in dieser Saison erst 91 Schüsse abwehren. Das ist der drittbeste Wert der gesamten Liga. Die Stürmer brachten allerdings selbst nur 87 Schüsse auf das Tor. Rang 15, nur minimal besser als Wolfsburg (86) und Stuttgart (85).

Auch unter dem neuen Trainer Bernd Hollerbach steht die Defensive im Vordergrund. Die Hamburger stören den Gegner weniger früh als unter Markus Gisdol, stehen in ihrem neuen 5-3-2-System dafür stabiler in der eigenen Hälfte. Nur: Nach vorne bekommen die Hamburger wenig bis gar nichts zustande. Die Innenverteidiger sind spielschwach, auf der Sechs fehlt ein Verbindungsspieler. Hamburg kommt nur vor das Tor, wenn sie schnell kontern können. Doch immer weniger Gegner lassen das zu. Wenn sie selbst das Spiel gestalten müssen, sind sie aufgeschmissen. Kein Wunder, dass der HSV nach Rückständen erst einen Punkt geholt hat. 

Für Hamburg beginnen nun die Wochen der Wahrheit. Am Wochenende steigt das Derby in Bremen, danach geht es gegen Mainz und die Bayern. Gehen die Hamburger ohne Punkt aus diesen Spielen, dürfte die Uhr im Volksparkstadion bald abgerissen werden.

Wahrscheinlichkeit Relegation: 10 Prozent.

Wahrscheinlichkeit direkter Abstieg: 85 Prozent.