Der geplatzte Wechsel des Anthony Mounier

Der Stachel sitzt tief

Kurz darauf war ursprünglich Mounier’s Debüt gegen den FC Toulouse geplant, doch Trainer Christophe Gaultier strich seinen Neuzugang kurzfristig wegen »nicht-sportlichen Gründen« aus dem Kader. Die Entscheidung fiel letztendlich auch im Sinne der Zukunft von Mounier, schließlich darf ein Spieler in einer Spielzeit nicht für mehr als zwei Klubs auflaufen.

So wurde Mounier, der gar einer Familie von Saint-Étienne-Fans entstammt, am letzten Tag der Transferperiode zurück zu seinem Stammverein nach Bologna geschickt. Saint-Étienne Coach Gaultier begründete dies damit, dass »die Situation mit Mounier für keinen der Beteiligten befriedigend war. Es war daher die richtige Entscheidung den Leihvertrag aufzulösen. Man muss sich nicht immer dafür schämen, einen Rückzieher zu machen.«

Zurückgeschickt nach Italien

Vom FC Bologna ging es direkt weiter nach Bergamo, wo Mounir beim ansässigen Fußballklub gleich den nächsten Leihvertrag unterschrieb. Die Fans sind zwar froh dass Mounir gegangen ist, dennoch sitzt der Stachel bei einigen eingefleischten Anhängern tief. »Das veröffentlichte Foto von Mounier mit grünem Schal wird die schlimmste Demütigung bleiben.« Der betroffene Mounier selbst äußerte sich nach seinem Wechsel nicht zu dem Kurzaufenthalt an der Loire. 

Wie es der Zufall so will, standen sich dann am vergangenen Sonntag im hitzigen Derby du Rhône der AS Saint-Étienne und Olympique Lyon gegenüber. Das Duell wird als historischer Kampf zwischen der »freien Stadt« Saint-Étienne und dem »bürgerlichen« Lyon angesehen. Saint-Étienne konnte sich mit 2:0 durchsetzen. Gegen Ende der Partie brannten bei gleich zwei Lyon-Spieler die Sicherungen durch. Sie wurden aufgrund von Frustfouls vom Platz gestellt - nicht auszumalen wie das ganze abgelaufen wäre, wenn Mounier auf dem Platz gestanden hätte. 

Warnender Fingerzeig

Der Fall Mounier ist nicht der erste seiner Art. Bereits kürzlich zeigte das Beispiel des ukrainischen Stürmers Roman Zozulya, dass Fan-Gruppierungen neuerdings erfolgreich die Transferpolitik der Klubs beeinflussen können. Dies ist zwar auf der einen Seite problematisch, da auf diesem Weg den Ultra-Gruppierungen zu viel Macht eingeräumt wird. Auf der anderen Seite ist dies ein warnender Fingerzeig an alle Manager und Sportdirektoren, sich detaillierter über den Charakter und die Vita von potenziellen Neuzugängen zu informieren.