Der FC Bayern in der Einzelkritik

Schock: Lahm doch nur ein Mensch!

Bayerns MacGyver erstaunlich ideenlos, Alonso altert doch und Götze tut was für seinen alten Klub: die Bayern in der Einzelkritik.

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Manuel Neuer
Wie soll man bei diesem Typen noch groß Superlative finden. Er IST der beste Torhüter des Planeten. Gestern parierte er in der Nachspielzeit zwei Bälle so meisterhaft, dass Oliver Kahn spontan zum Telefonhörer übergriff, um gemeinsam mit Peter Schmeichel genussvoll zu schweigen. Was er dann allerdings mit ansehen musste, ließ Kahnemann heftig in sein Stéphane-Chapuisat-Hals-Replik beißen: Im Elfmeterschießen trat Neuer selbst als vierter Schütze an und kloppte den Ball an die Latte. Gerüchten zufolge soll Neuer seinen Mittwochmorgen damit verbracht haben, seinen fabrikneuen Audi mit einem Vorschlaghammer zu Klump zu hauen. Grund: war aus Aluminium.

Mehdi Benatia
Eigentlich schade, dass der Mann nicht Seite an Seite mit Juan Bernat spielt. Bernat und Benatia – Walt Disney wäre zum Bayern-Fan geworden. Aber auch solo machte der Wandschrank aus Marokko eine gute Figur, gerade in der ersten Halbzeit ließ er sämtliche Angriffsbemühungen der Dortmunder an sich abprallen wie ein erfahrener Türsteher fünf besoffene Halbstarke, die sich im Elefantenkostüm Zugang zur Nobeldisco verschaffen wollen. Gab außerdem die Vorlage zum 1:0. Hatte dann später sichtbar mit der Kondition zu kämpfen, zu frisch war da noch die Verletzung, die ihn seit dem Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen hatte pausieren lassen. Trotzdem sei die Frage erlaubt: Wer ist eigentlich Dante?

Jerome Boateng
Seien wir doch einfach mal mutig und behaupten: Neben Real-Mann Sergio Ramos ist Jerome Boateng momentan der beste Innenverteidiger der Welt. Den Typen kannst Du auch alleine auf den Deich stellen, wenn die Sturmflut kommt, der lässt nichts durch. Wenn er jetzt noch die Eier hat, und in so einem Spiel Verantwortung beim Elfmeterschießen übernimmt, wird er irgendwann einmal zum Verteidigungsminister ernannt werden. Kein Zweifel.

Rafinha
Dieser Mann ist sicherlich schon als Rechtsverteidiger auf die Welt gekommen und schlug im Kindergarten wahllos Flanken in die Mitte. Und gestern nun das: Da stellte ihn sein Trainer in einer neu geschaffenen Dreierkette auf die linke Position. Und Rafinha spielte zunächst, als wenn er bereits auf der linken Position in der neu geschaffenen Dreierkette auf die Welt…lassen wir das. Später dann wie der Duracell-Hase, der auch den letzten Akku verbraten hat: hoppelte mit letzter Kraft über den Rasen. Nur gut, dass da auch die Dortmunder schon fast die Flinte ins Korn geworfen hatten.