Der chronisch unterbewertete Trainer von Manchester City

Erfolg alleine reicht nicht

Seit knapp drei Jahren ist Pellegrini Trainer beim neureichen Klub aus Manchester. Gleich in seiner ersten Saison feierte der Chilene mit City die englische Meisterschaft und konnte vor ein paar Monaten auch den Ligapokal gewinnen. International läuft es für Manchester, seitdem Pellegrini das Sagen hat, sowieso sehr beträchtlich. Der englische Klub konnte sich in jedem Jahr für die K.O.-Spiele qualifizieren und steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte in einem Champions League-Halbfinale.

Doch trotz guter Arbeit setzen die Verantwortlichen von Manchester City in Zukunft auf einen anderen Trainer, dessen Name alleine schon so etwas wie den puren Erfolg verspricht – Pep Guardiola. Da dies bereits seit Monaten offen kommuniziert wird, weiß der beinahe chronisch unterbewertete Pellegrini, dass er kommende Saison nicht mehr im Amt sein wird.

Die Meldung kam zum ungünstigsten Zeitpunkt

»Anfang Februar gab es Nachrichten über den Trainerwechsel, über Spieler, die hier in der nächsten Saison nicht mehr weitermachen, über viele Dinge, die die Spieler beeinflussen«, sagte Pellegrini neulich. Der Chilene sieht in der Verkündung die Gründe für die Niederlagen gegen Leicester City (1:3) und Tottenham Hotspur (1:2) – beide aus dem Februar. Hätte Manchester diese Spiele gewonnen, hätte Pellegrini zumindest die Möglichkeit gehabt, mit einem Meisterschaftstitel abzutreten.

»Ich bin frustriert, weil wir niemals erwartet hätten, diese Spiele zu verlieren. Aber es gibt viele Gründe, warum diese Dinge passiert sind. Es ist nicht normal, wie wir die Saison beenden«, so Pellegrini. Aber was bedeutet im schnelllebigen Fußballgeschäft schon normal? »The lame duck«, wie er in englischen Boulevardzeitungen genannt wird, wird diese Frage mit Sicherheit nicht beantworten können. Er weiß nur, dass das Spiel heute Abend eines der wichtigsten seiner Karriere werden könnte.

Die Fußstapfen so groß wie möglich machen

»Die Zeit in Madrid war die schmerzhafteste meiner Karriere«, erzählte Pellegrini jüngst der Marca. Umso mehr würde sich der Chilene heute Abend über einen Sieg seiner Mannschaft freuen und könnte in dem brisanten Duell gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zum einen könnte er durch einen Erfolg mit seiner schwierigen Vergangenheit bei Madrid abschließen und Präsident Florentino Perez eins auswischen. Zum anderen könnte er durch das Erreichen des Finals zu einer Legende der City-Fans werden. Eine Legende, die in der verbleibenden Zeit dafür sorgen möchte, dass die Fußstapfen, in die Pep Guardiola tritt, so groß wie möglich werden.