Der Aufstieg von Schalkes Leroy Sané

Bloß kein Hype!

Der 19-jährige Leroy Sané lässt Schalkes Fans von einem neuen Super-Angreifer träumen. Wird er in die Fußstapfen von Julian Draxler treten?

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Vielleicht war es auch ein Tor mit Symbolkraft: Leroy Sanés 1:0-Siegtreffer gegen Stuttgart war einerseits völlig unverdient angesichts der drückenden Überlegenheit des VfB. Die nahezu beängstigende Abgeklärtheit anderererseits, die der 19-Jährige dabei an den Tag legte, würde man erfahrenen Bundesligarecken Ende Zwanzig als »Erfahrung« auslegen.

Ein unpassendes Attribut für Sané, der noch in der vergangenen Saison für die U19 der Königsblauen auflief. Im besten Fall geht eine solche Haltung in seinem Alter als »Unbekümmertheit« durch.

Die Post-Draxler-Ära

Mit seinem ersten Saisontreffer trug Sané auch dazu bei, dass die Diskussion um die Lücke, die der Verkauf von Julian Draxler hinterlassen hat und die in der Kürze der Zeit nicht mehr zu stopfen war, bereits beendet ist, bevor sie so richtig in Gang kommen konnte. Denn die Post-Draxler-Ära könnte auf Schalke nun die lange eingeforderte Chance für die Jungprofis werden: Max Meyer und Leroy Sané lieferten in den letzten beiden Partien ihre Bewerbung als Startduo im offensiven Mittelfeld.

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Das wäre — bei allem Potenzial der Eigengewächse — eine riskante Konstellation. Ein Experiment für einen Verein, der zwar kein konkretes Saisonziel ausgegeben hat, aber für den allein schon aus finanziellen Gründen am Ende die Champions-League-Teilnahme herausspringen sollte. Ist das mit einem Spieler zu bewältigen, der zwar nach der letzten Spielzeit von seinen neuen Profikollegen zum »Newcomer der Saison« gewählt wurde, der aber gegen Stuttgart zu seinem erst 19. Bundesligaeinsatz kam?

Das Beängstigende an Sanés Aktion im Stuttgart-Spiel war auch, dass es nicht das erste Mal war, dass der Sohn von Souleyman Sané sein Potenzial zur Schau stellte: Da war die Vorarbeit für das Huntelaars Tor beim Saisonauftakt in Bremen. Da war seine Einzelaktion aus dem Rückspiel gegen Wolfsburg in der letzten Saison und klar, da war sein Treffer beim umfeierten 4:3-Sieg gegen Real Madrid. Im Bernabeu wohlgemerkt.