Der AFC Wimbledon baut ein neues Stadion

Nur nach Hause

Einst wurde der Wimbledon FC einfach umgetopft, die Fans mussten bei Null wieder anfangen. 15 Jahre später will der AFC Wimbledon nun endlich ein neues Stadion bauen.

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Der Zeitpunkt der Meldung hätte kaum besser passen können. Der AFC Wimbledon, dieser von seinen Fans gegründete und geführte Verein im Südwesten Londons, baut ein neues Stadion. Vor ein paar Tagen hat er dazu das »Go« von den Behörden erhalten.

Es wird ganz in der Nähe des Ortes entstehen, an dem vor 26 Jahren mit dem Auszug aus dem alten Stadion der Niedergang des Vorgängerklubs Wimbledon FC begonnen hatte. Ein Fußballverein, der schon so gut wie tot war, kehrt aus dem Exil zurück nach Hause. Viel weihnachtlicher geht es nicht.

Auszug aus Plough Lane

Die heimatlosen Jahre der Dons begannen 1991. Wegen des Desasters von Hillsborough zwei Jahre zuvor durften Fans in den Stadien der ersten beiden Ligen fortan nur noch sitzen. Plough Lane, seit 1912 das Zuhause des Klubs, wurde damit wegen seiner vielen Stehplätze unbrauchbar.

Die damalige Klubführung wollte nicht für die fällige Umrüstung und die noch viel fälligere Sanierung des ziemlich maroden Stadions bezahlen. Also wurde Wimbledon Untermieter im nahegelegenen Selhurst Park, dem Stadion des Crystal Palace FC. Damals hieß es, das sei nur eine Übergangslösung. Es kam anders.

Denn Klub-Besitzer Sam Hammam fand partout keine neue Spielstätte. 1997 hatte er genug. Er verkaufte den Wimbledon FC an norwegische Investoren und Plough Lane an eine Supermarktkette. Heute steht an der Stelle des alten Stadions zwar kein Supermarkt, dafür aber sechs Wohnblöcke mit den Namen ehemaliger Klub-Idole.

Umzug nach nach Milton Keynes

Die Norweger begannen bald darauf Gespräche mit einem gewissen Pete Winkelman. Der Boss der Immobilienfirma »Inter MK« war zu der Zeit damit beschäftigt, den Bau eines Fußballstadions im Plastik-Städtchen Milton Keynes zu planen; einem Ort, der in den 60er-Jahren zur Entlastung Londons künstlich aufgepumpt worden war.

Für dieses Stadion benötigte Winkelman ein Profiteam. Immerhin sollte es auch als Magnet für Gewerbe-Ansiedlungen in der Stadt dienen, in die seine Firma ebenfalls verwickelt war. Die Fans protestierten, aber es half nichts: Im Jahr 2002 wurde dieser Verein der Wimbledon FC.