Der Abstiegskampf in der 11FREUNDE-Analyse

Runter kommt man immer

Frankfurt-Hoffenheim, Werder-Augsburg, HSV-Darmstadt – drei Abstiegsduelle, drei wichtige Erkenntnisse. Unsere Spieltagsanalyse.

imago

Die Meisterschaft ist entschieden, der Kampf um die Europapokal-Plätze in dieser Saison ein Schneckenrennen. Spannend ist es in diesem Jahr eigentlich nur im Tabellenkeller – und genau dort krachte es am Wochenende ordentlich. Am Samstagnachmittag gab es gleich drei direkte Duelle zwischen Abstiegskandidaten.

Frankfurt-Hoffenheim (0:2): Glück und Geschick

Wie wollen beide Teams den Nichtabstieg schaffen?
Frankfurts neuer Mann Nico Kovac legt den Fokus auf eine kampfstarke Defensive. Er erwartet von seiner Mannschaft eins: Leidenschaft. Taktisch möchte Kovac diesen Fußball in einem mannorientierten, auf Pressing bauenden 4-2-3-1-System umgesetzt sehen.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann kehrte in den ersten Spielen zum Hurra-Fußball alter Tage zurück. Viel pressen, schnell kontern, im Zweifel eher offensiv denken: So lassen sich die ersten Auftritte seiner Hoffenheimer charakterisieren. Mittlerweile denkt er durchaus defensiver, so auch im direkten Duell gegen Konkurrent Eintracht Frankfurt. Hoffenheim verteidigte in einer Mischung aus 4-5-1 und 4-2-3-1.

Wie lief das direkte Duell?
Überraschend war, dass beide Teams trotz Abstiegsnot sehr seriös spielten. Die Akteure setzten die defensiven Pläne ihrer Trainer gut um. Frankfurt war immer eng am Gegenspieler, Hoffenheim verteidigte stärker im Raum und schaltete schneller um.

Warum Hoffenheim gewann? Weil sie vor dem Tor mehr Glück hatten – und weil Frankfurt nach dem Rückstand nur noch bolzte. Hier zeigte sich der kleine, aber feine Unterschied: Hoffenheim setzt die eigene Spielidee bis zum Schlusspfiff um. Frankfurt warf hingegen die eigene taktische Ausrichtung in der Not über den Haufen.

Wie sind die Chancen beider Teams auf den Nichtabstieg?
Unter Nagelsmann gewann Hoffenheim 17 Punkte in neun Spielen. Damit sind sie das formstärkste Team im Abstiegskampf. Auch Frankfurts Form steigt an – nur die Punkte fehlen. Ihr Restprogramm könnte zu hart sein, um die notwendigen sechs bis neun Punkte einzufahren (u.a. Leverkusen, Mainz und BVB).

Was uns das Spiel für den Abstiegskampf lehrt:
Form schafft Selbstvertrauen. Selbstvertrauen gewinnt Spiele.