Der 11FREUNDE-Zweitliga-Check: Hannover 96

»Understatement rules!«

Umfeld
Durch die veränderte Kräfterelation im e.V. hoffen viele aktive Fans und Mitglieder, dass wieder Ruhe bei Hannover 96 einkehrt und nicht nur finanzstarke Investoren wie Martin Kind und Dirk Rossmann das öffentliche Bild prägen, sondern auch die Mitwirkung der treuen Gefolgschaft sichtbar wird, die sich mit selbstloser Hingabe seit jeher in den Dienst des Klubs stellt. Benjamin Wirtz, aktiver Fan und Vereinsmitglied, sagt über die Situation nach der Mitgliederversammlung: „Es ist, als hätte mir jemand zu dem dünner werdenden Band, das mich zuletzt mit 96 verband, ein Rettungsseil zugeworfen. Jetzt liegt es auch an uns aktiven Fans und Mitgliedern, wie wir uns engagieren.“ Es geht den Fans darum, mehr Mitspracherecht zu bekommen und durch verbesserte Transparenz in zentralen Fragen mehr Teilhabe an ihrem Klub zu erfahren, um beispielweise im leidigen Bestreben Kinds, eine Sondergenehmigung für die „50+1“-Regel zu bekommen, einen nachhaltigen Kompromiss zu erzielen, mit dem alle leben können. Trainer Mirko Slomka hat sich nach eigener Aussage zumindest auf die Fahne geschrieben, den „Dialog“ mit den Fans voranzubringen.

Trikot
Understatement rules. Wenn der Klub in der kommenden Saison so formschön, stilvoll und unaufdringlich auftritt, wie die neuen Jerseys designt sind, dürfte sich die Frage nach dem sofortigen Wiederaufstieg erübrigt haben. Dann klappt das! Denn eins ist sicher: Im Wettstreit mit den überhitzten Traditionsvereinen, die allesamt von der Angst getrieben sind, zur schnöden Fahrstuhlmannschaft zu verkommen, wird am Ende der triumphieren, der am coolsten bleibt!

11FREUNDE-Prognose
Das Gefühl, in der zweiten Liga ein richtiges Leben im Falschen zu führen, teilt Hannover 96 mit vielen Konkurrenten – allen voran dem Hamburger SV, dem VfB Stuttgart und dem „Club“. Emotionaler Vorteil für die Hannoveraner könnte sein, dass nach der Chaos-Saison 2018/19 der treue Anhang schon froh wäre, wenn der Klub sportlich einigermaßen mithält und sich nicht erneut der Lächerlichkeit Preis gibt. Wie das ehrgeizige Investoren sehen, steht auf einem anderen Blatt. Kurzum: Wenn es Slomka schafft, in diesem Spannungsfeld den Druck von der Mannschaft wegzuhalten, ist der Relegationsplatz durchaus im Bereich des Möglichen. Wenn nicht, driftet 96 ins Niemandsland der Zweitklassigkeit.