Das waren DIE Taktiktrends der Saison

Bleibt alles anders

Was waren die taktischen Trends in der Saison 2018/19? Hier kommen 5 Entwicklungen, die die vergangene Saison bestimmt haben.

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Es war nicht das Jahr der Laptop-Trainer. Domenico Tedesco? Entlassen auf Schalke. Julian Nagelsmann? Mit Hoffenheim nur Neunter. Hannes Wolf? Gescheitert in Hamburg. Die jungen Trainer, deren Namen man mit modernen Fußball und Taktik verbindet, haben in diesem Jahr Rückschläge erlitten. Ihre Ideen bleiben aber weiterhin modern. Fakt ist: Die Konkurrenz hat aufgeholt – und die jungen Trainer teils sogar überholt, was Matchpläne und innovative Ideen angeht. Wir beleuchten die fünf taktischen Trends der Saison.

1. Ohne Matchplan geht es nicht mehr
Thomas Tuchel prägte vor einigen Jahren den Begriff »Matchplan«. In Mainz erarbeitete er vor jedem Spiel eine Idee, die individuell auf den Gegner abgestimmt war. Woche für Woche veränderte er Formation und Spielweise. Das war damals keine Selbstverständlichkeit.


Heute ist es das. Jeder Trainer überlegt sich genau, wie er in das kommende Spiel gehen will. Das betrifft nicht nur Nagelsmann, sondern auch Trainer wie Christian Streich oder Friedhelm Funkel. Düsseldorf und Freiburg, Mainz und Wolfsburg, Leipzig und Augsburg, Hannover und Nürnberg: Erfolgreiche wie erfolglose Teams passten ihr Spiel ständig an den Gegner an.

2. Formationswechsel sind hip
Zum auf den Gegner abgestimmten Matchplan gehört in den meisten Fällen eine Anpassung der Formation. Die meisten Teams beherrschen es mittlerweile, innerhalb eines oder zwischen zwei Spielen ihre Formation anzupassen. Eine Umstellung von Dreier- auf Viererkette? Ein Sechser wechselt plötzlich auf die Zehn? Oder gleich drei oder vier Spieler tauschen die Positionen? Alles möglich.

Tatsächlich waren die anpassungsfreudigsten Trainer - neben den Jungspunden Nagelsmann und Bremens Florian Kohfeldt – die alten Hasen: Funkel setzte bei seiner Fortuna durchgehend auf schnellen Konterfußball, wechselte dabei aber häufig die Formation. Streich wiederum passt sein gesamtes System an den Gegner an, stellt teils mehrfach in einem Spiel um. Kein Team hat derart häufig die Formation gewechselt wie die Freiburger. Dass ausgerechnet die alten Hasen in den Kategorien Matchplan und Formationswechsel punkten, zeigt: Der Trend ist längst in der Mitte der Bundesliga angekommen. 

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