Das sind Italiens größte Talente

Tanti Talenti

Alle reden über junge Fußballer aus England, Frankreich und Spanien. Aber wer oder was sind eigentlich Tonali, Zaniolo und Barella? Fünf Fußballtalente aus Italien.

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Sandro Tonali, 18 Jahre


Vom neuen Zidane ist alle paar Jahre die Rede, vom jungen Kakà und so weiter. Wenn junge Fußballtalente mit großen Namen verglichen werden, kann man sich einer Sache sicher sein: Das geht schief. Unter Beweis gestellt haben das zum Beispiel die Mini-Messis Bojan Krkić und Alen Halilović. Eher selten bis nie werden Talente so wie die ihnen vermeintlich ähnlichen Stars. Und doch, in diesem Fall ist der Vergleich verblüffend. Wer Sandro Tonali spielen sieht, schafft es gerade noch eine Frage zu formulieren: Pirlo?

Tonali hat lange Haare, bevor er einen Ball bekommt, dreht er seinen Kopf ruckhaft in alle Richtungen, sodass sie um ihn wehen, als wäre er startender Propeller. Tonali holt sich die Bälle tief in der eigenen Hälfte, denn dort ist er frei. Dort hat er Zeit, beobachtet und liest, holt aus, für den langen Ball. Den Pass über 40, 50 Meter, der dem Stürmer auf den Fuß plumpst oder ans Schienbein und rein. Tonali leitet Konter ein, überspielt Gegner, schaltet sichtlich schneller als alle anderen auf dem Platz. Im Eins-gegen-Eins lässt er mit einer Körpertäuschung Gegner ins Leere laufen. Das alles erinnert an Pirlo. Tonali hat Spielmacherqualitäten, doch auch defensiv grätscht er gerne dazwischen. No Tonali, no Party?

Für den ganz großen Verein ist es vielleicht noch zu früh. Der Mini-Pirlo spielt im zentralen Mittelfeld bei Brescia Calcio in der Serie B. Sie steigen vielleicht auf. Dann und nur dann bleibt Tonali eventuell in Brescia. Inter Mailand soll schon sehr interessiert sein. Bei den Azzurrini, der U21 Italiens, spielt Tonali regelmäßig. Im November hat auch Nationaltrainer Roberto Mancini ihn erstmals nominiert. Tonali ist eine große Hoffnung des italienischen Fußballs. Man möge ihm Zeit lassen. Und hoffen, dass er nicht verrückt wird, bei diesem ständigen Vergleich. Ach ja, bei welchem Verein begann die Karriere des großen Pirlo nochmal? Richtig, Brescia Calcio.

Nicolò Zaniolo, 19 Jahre

Es ist davon auszugehen, dass sich die Verantwortlichen von Inter Mailand sehr ärgern. Als sie Radja Nainggolan im Sommer vom AS Rom verpflichteten, sagten sie nämlich noch: Wisst ihr was, nehmt ihr doch noch diesen Zaniolo! Nicolò Zaniolo war da ungefähr 4,5 Millionen Euro wert und die Roma dachte nicht lange nach, sondern sagte: Va bene!

Alle rechneten damit, dass Zaniolo beim AS Rom lange auf der Bank schmollen würde. Doch es lief für ihn, wie es eben manchmal läuft im Leben, wenn sich das Eine mit dem Anderen fügt und man ein Superstar wird. Strootman weg, De Rossi viel verletzt und der Platz im Mittelfeld viel frei. Zaniolo spielt und er spielt erstaunlich souverän. Dann schießt Zaniolo auch noch sein erstes Tor in der Serie A. Er flitzt in spitzem Winkel auf das Tor des Gegners, Sassuolo, zu und dann passiert es: Torwart und Abwehrspieler fallen um. Sie stolpern, rutschen, oder werfen sich einfach nieder vor diesem Zaniolo. Zaniolo lupft, der Rest ist Freude.


Zaniolo ist ein Kraftpaket. Fast 1,90 Meter groß, wuchtiger Schuss, elegant in den Bewegungen, Tattoos auf Unterarm und Oberschenkel und auch sonst sehr lässig. Wer jung ist und bei Rom spielt, wird zwangsläufig verglichen mit einer Ikone des Klubs. Nationaltrainer Roberto Mancini erwähnt den Namen Totti dankenswerter Weise nicht. Er sprach kürzlich über Zaniolo und sagte, dass dieser ihn an Paul Pogba erinnere.

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