Das sensationelle Jahr des Superstars Kaka

Die Welt ist nicht genug

Champions-League-Sieger, Torschützenkönig der Königsklasse, Weltpokalsieger, Europas Fußballer des Jahres – und jetzt hat ihn die FIFA auch noch zum Besten der Welt gewählt. Doch Kaka selbst glaubt, dass er sogar noch besser werden kann. Imago Eine Portion Schlaf hätte Superstar Kaka schon noch gebrauchen können, als er am Montag in Zürich eintraf. Die Reisestrapazen nahm der Brasilianer, der am Sonntag mit dem AC Mailand noch in Yokohama die Klub-WM gewann, aber gerne in Kauf. Schließlich gehören für den 25-Jährigen Gala-Abende wie bei der Ehrung zum Weltfußballer des Jahres im Opernhaus noch längst nicht zum Alltag.

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Es ist der letzte Höhepunkt in einem sensationellen Jahr für Kaka. Champions-League-Sieger, Torschützenkönig der Königsklasse, Weltpokalsieger, Europas Fußballer des Jahres, und, und, und. Der 55-malige Nationalspieler sammelte in diesem Jahr Auszeichnungen und Trophäen en masse.

Die Interessenten stehen Schlange

Kein Wunder, dass Milan lieber heute als morgen den bis 2011 laufenden Vertrag mit Ricardo Izecson dos Santos Leite, so sein richtiger Name, verlängern möchte. Denn die Interessenten stehen Schlange, insbesondere Real Madrid hatte im Sommer alle Hebel in Bewegung gesetzt - ohne Erfolg. 55 Millionen Euro plus zwei Spieler (Julio Baptista und Antonio Cassano) als Zugabe ließen die Rossoneri nicht weich werden.



Und für Kaka, der mit seiner Jugendliebe Caroline verheiratet ist, ist Milan eine Herzensangelegenheit. Nachdem er 2003 für 8,5 Millionen vom FC Sao Paulo zu den Lombarden gewechselt war, nahm seine Karriere einen steilen Verlauf. Beim AC Mailand, mit dem er 2004 auf Anhieb Meister wurde, avancierte der Mann mit der Nummer 22 auf dem Rücken zum absoluten Superstar, was ihm inzwischen ein stattliches Jahressalär von rund neun Millionen Euro einbringt. "Ich weiß, dass ich zu den Besten der Welt gehöre, aber ich habe noch nicht mein Maximum erreicht", kündigt Kaka weitere Großtaten an. Immer unverzichtbarer wird der Techniker auch im Dress der brasilianischen Nationalmannschaft, für die er am 31. Januar 2002 gegen Bolivien sein Debüt gab.

Passenderweise durfte er rund fünf Monate später in Yokohama schon den WM-Titel feiern, auch wenn er sich beim 2:0-Erfolg über Deutschland noch mit der Reservistenrolle begnügen musste. Umso größer war bei Kaka die Enttäuschung, als er bei der WM 2006 mit der Selecao im Viertelfinale ausschied und wie seine Kollegen Ronaldinho, Ronaldo und Co. nicht zur Höchstform auflief. "Ich möchte 2014 die Selecao als Kapitän auf das Feld führen", beschreibt Kaka sein großes Ziel und blickt bereits auf die WM in seinem Heimatland.

Apropos Brasilien: Kaka hat so gar nicht die typische Karriere eines brasilianischen Profifußballers hingelegt. Fern der Armenviertel wuchs der Sohn eines Ingeneurs und einer Lehrerin in wohlbehüteten Verhältnissen auf. Sein Vater bezahlte dem Filius die Fußballschule beim FC Sao Paulo, für den er im Alter von 18 Jahren auch sein Profidebüt gab. Dabei drohte im Oktober 2000 noch fast das Karriereende, als Kaka bei einem Badeunfall einen Wirbelbruch erlitt. Dass es anders kam, dafür dankt der gläubige Christ nach jedem Tor Gott, indem er mit beiden Zeigefingern Richtung Himmel zeigt.

In Zürich traf Kaka übrigens seine beiden Landsfrauen Marta und Cristiane wieder, die neben Birgit Prinz nominiert waren. Insbesondere Marta ist das weibliche Pendant zu Kaka. Bei der WM in China wurde die Stürmerin zur besten Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Der WM-Titel blieb ihr allerdings verwehrt, im Finale verlor Brasilien mit 0:2 gegen Deutschland.