Das langsame Sterben des FC Bury

Buried Alive

Gestern wurde einem der ältesten Fußballvereine auf dieser Welt die Lizenz für den Profifußball entzogen. Damit steht der FC Bury nach 134 Jahren vor dem Aus. Was ist da nur passiert?

Foto: dpa Picture-Alliance

Gestern Nachmittag trafen sich mehrere hundert Fans des englischen Traditionsvereins FC Bury im Stadion an der Gigg Lane. Seit sage und schreibe 1885 trägt der Klub seine Partien hier aus, womit die Spielstätte eine der ältesten auf der ganzen Welt ist, die kontinuierlich genutzt wird. Damit das so bleibt, hatten sich die Fans freiwillig gemeldet, um die Gigg Lane für das Spiel am kommenden Samstag gegen Doncaster Rovers herzurichten. Niemand sonst konnte es tun, denn Bury hatte so gut wie keine Angestellten mehr. Schon seit langer Zeit plagen finanzielle Probleme den Verein, kaum jemand kann bezahlt werden. Vor einer Woche kündigte sogar die Sekretärin Jill Neville. Ja, das ist die Mutter von Phil und Gary.

Trotzdem waren die Fans guter Dinge, schließlich war ihr Klub gerade dem Tod von der Schippe gesprungen. Am Freitag um 23:59 Uhr war ein Ultimatum der Liga (EFL) abgelaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt musste Bury irgendwie schlüssig erklären, woher man die Finanzmittel nehmen wollte, um die Saison in der dritten Liga zu Ende zu spielen, sonst drohte ein Lizenzentzug. Um 23:05 Uhr sagte Steve Dale, der Besitzer des Klubs, dem Radiosender BBC Manchester, dass er einen Käufer gefunden habe, der Bury retten würde. Kurz vor dem Ablauf des Ultimatums akzeptierte die EFL diesen Kaufinteressenten, ein Unternehmen mit dem Namen C&N Sporting Risk, und gab den Parteien bis Dienstag, 17 Uhr, um den Kauf abzuwickeln.

2002 retteten die Fans den Klub

Man kann verstehen, dass die Fans erleichtert waren. Noch nie hatte die EFL einem Klub aus den obersten drei Ligen die Lizenz entzogen, aber es gab natürlich ein paar Präzedenzfälle, die ahnen ließen, wohin dann die Reise gehen würde. Im August 1992 bekam der finanziell angeschlagene Viertligist Maidstone United ein ähnliches Ultimatum. Da der Klub keinen Ausweg sah, gab er freiwililig seine Lizenz zurück, ging in Konkurs und wurde aufgelöst. 

Auch der 1885 gegründete FC Bury stand schon einige Male vor diesem Schicksal. Da war zum einen die englische Version der Kirch-Krise: Im März 2002 ging der Fernsehsender ITV Digital pleite, der die Spiele unterhalb der Premier League übertrug, und plötzlich versiegte die für viele Vereine entscheidende Einnahmequelle. Bury überlebte nur, weil seine Fans Geld sammelten und dem Klub spendeten.