Das ist Bayerns neues Wunderkind Alphonso Davies

Warum Jungs wie er selten sind

Die Eltern finden Arbeit, reiben sich für ihre inzwischen drei Kinder aber in ihren Schichtdiensten auf. Also muss Alphonso schneller erwachsen werden als die Kinder um ihn herum. Mit zehn Jahren kümmert er sich nicht mehr nur um seine Schule, um sein geliebtes »Soccer«, sondern auch als Ersatz-Elternteil um seine beiden jüngeren Geschwister.



Er lernt früh, Verantwortung zu übernehmen. Was es heißt, die Dinge nicht für gegeben, nicht für selbstverständlich zu erachten, hat er von klein auf und zur Genüge am eigenen Leib erfahren.

 Sein Jugendtrainer Nick Huoseh von den Edmonton Strikers erinnert sich: »Alphonso war außergewöhnlich. Schon mit zehn Jahren. Er war immer ein Teamplayer, immer ein Leader. Das war einfach sein Charakter. Von solchen Jungs gibt es nicht sehr viele.«



Davies gewinnt Titel fast im Alleingang

Das, was er in seinem Leben als Teenager nicht ausleben kann, weil es die Umstände nicht zulassen, das Spielen mit anderen, das Zeit totschlagen, bringt Alphonso mit auf den Platz. Hier tobt er sich aus, hier darf er spielen. Und wie er spielt. Und dabei immer dieses breite Grinsen im Gesicht. Hier, auf dem Rasen, wo es keine Sorgen gibt.

 Schon zu seiner High-School-Zeit erscheinen die ersten Zeitungsberichte über ihn, er gewinnt unzählige Auszeichnungen und die Titel seiner Mannschaft fast im Alleingang.

Mit 14 dann erhält er ein Voll-Stipendium der Vancouver Whitecaps.

 Und der Aufstieg hält an. Im Februar 2016 unterschreibt er seinen ersten Profivertrag. Kurz darauf erzielt er für die zweite Mannschaft der Whitecaps sein erstes Tor und wird zum jüngsten Torschützen aller Zeiten in der USL, in der die Zweitvertretung spielt.

Bescheidenheit, die wichtiger ist als alles sonst

Vier weitere Monate später steigt er in die erste Mannschaft auf, unterschreibt einen MLS-Vertrag. Da ist er noch 15 und der jüngste Spieler der gesamten Liga. 

Für seinen Vater ist das alles aber nicht wichtig. Er sagt: »Alphonso ist immer noch derselbe. Bescheiden, ruhig. Wenn jemand auf sein Bein tritt, nimmt er es einfach weg. Das ist das Wichtigste.«

Sieht auch Alphonso selbst so: »Ich weiß, woher ich komme. Und das werde ich nie vergessen.«