Das ist Barças neuer Trainer

Die Ameise

Hierzulande kennt kaum jemand Ernesto Valverde, in Spanien zählt der neue Trainer des FC Barcelona zu den vielversprechendsten Trainern. Was auch mit Johan Cruyff zu tun hat.

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Klein war er und enorm fleißig. Emsig geradezu, bei jedem Spiel, bei jeder Trainingseinheit. Also rief Javier Clemente, die baskische Trainerlegende, seinen Spieler Ernesto Valverde nur noch »Txingurri«, was auf baskisch »Ameise« bedeutet.

Das war in den Achtzigern und inzwischen ist die Ameise dabei, ein Riese unter den Trainern in Spanien zu werden. Anfang der Woche verkündete der FC Barcelona Valverdes Anstellung für die kommenden zwei Jahre. 

Von Cruyff geadelt

Außerhalb seiner Heimat und in Griechenland, wo er sehr erfolgreich Olympiakos Piräus trainierte, sagt sein Name kaum jemanden etwas. Dabei zählt der 53-Jährige zu den vielversprechendsten Trainern Spaniens.

Das jedenfalls behauptete der inzwischen verstorbene Johan Cruyff schon lange vor seinem Tod. Cruyff holte Valverde Ende der Achtziger zu Barça, aber die Sache ging nicht auf. Die Ameise war meist verletzt, nach zwei Jahren trennten sich die Wege wieder.

Anders, als die Barça-Trainer vor ihm

Valverde wechselte zurück zu Athletic Bilbao, wo er die meiste Zeit als Spieler und Trainer verbrachte. Für ihn war die Etappe in Barcelona dennoch prägend. Wie Pep Guardiola, Ronald Koeman oder José Mari Bakero, die später alle Trainer wurden, hing er an den Lippen des Großmeisters. Cruyff eröffnete ihm eine völlig neue Sichtweise auf den Fußball. 

Anders als andere Trainer, die in Barcelona ihr Erweckungserlebnis hatten, ist er aber kein Dogmatiker. Keiner, der das 4-3-3 bis ans Ende aller Tage predigt. Valverde ist Pragmatiker, der Ballbesitz und Pressing gern kombiniert. Barça's Kapitän Andres Iniesta begrüßte seine Verpflichtung schon mal über eine Radiostation. »Ich finde, er ist eine sehr gute Wahl.«