Das Geschäft Fußball

Pecunia non olet?

Die kleinen, meist grünen Scheinchen können zwar beruhigen, aber auch genauso gut beunruhigen. Es kommt nur auf den Standpunkt an... Imago Sie werden glücklich sein auf Schalke. Einen Sponsorenvertrag, der in fünf Jahren insgesamt bis zu 125 Millionen Euro in die Kassen spielen kann, schließt man ja nicht jeden Tag ab. Ab 1.Januar ist es soweit, der russische Energieriese Gasprom wird neuer Hauptsponsor bei Königsblau, ziert dann auch das traditionsreiche Trikot des Klubs. Angesichts eines beträchtlichen Schuldenbergs von knapp 200 Millionen Euro kommt dieser Deal also gerade recht...
Und die Entwicklung, dass sich milliardenschwere Mäzene im Fußball betätigen, hat in Deutschland Einzug gehalten.

Gerade dort sieht HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann das Problem – nicht für Schalke, sondern für die anderen Klubs: Solch großen Geldgebern seien anfängliche Verluste egal, „da werden Klubs wie wir, die seit Jahren eine schwarze Null schreiben, nicht mehr konkurrenzfähig sein. Solange Klubs völlig unabhängig von ihrem wirtschaftlichen Ergebnis die Ausgaben für Spielergehälter weiter nach oben schrauben können, wird es immer mehr und immer internationalere Nachfragen nach Topspielern geben“ fürchtet Hoffmann eine Oligarchie im Fußball. Klar: Wer quasi unbegrenzt Geldmittel zur Verfügung hat, braucht auf die Bilanzen nicht zu schauen. Habe es sich außerdem früher „nur“ um Konkurrenz aus Italien, England und Spanien gehandelt, seien nun gewichtige Mitspieler hinzugekommen. „Vor fünf Jahren noch wäre es undenkbar gewesen, dass ein internationaler Topspieler nach Moskau wechselt“, erklärt er die Entwicklung.
Der Chef des zurzeit etwas strauchelnden Clubs mit der Raute sieht nur einen Ausweg, um zumindest einigermaßen gerechte Verhältnisse zu schaffen und die Chancengleichheit zu wahren: „Die UEFA sollte eine Gehaltsobergrenze für Spielerkader vorschreiben. Zum Beispiel, dass nur eine bestimmte Prozentsumme des Gesamtumsatzes eines Vereins für die Spielergehälter ausgegeben werden darf. So würde vernünftiges Wirtschaften belohnt werden, und das Wettrüsten hätte ein Ende.“

So bahnbrechend eine solche Änderung in Europa wäre, so selbstverständlich sind die erwünschten Zustände über dem großen Teich. Dort sind Gehaltsobergrenzen nämlich längst Usus. Ob Basketball, Football oder Eishockey, im US-Profisport bestimmen eben jene „salary caps“ über die Ausgaben jedes Klubs – allerdings gilt dann für alle dieselbe Summe, individuelle Verhältnisregeln gibt es nicht. Zudem müssen zum Beispiel Klubs der Basketball-Liga NBA pro Dollar, den sie über der Liga-Obergrenze liegen, einen Dollar „Luxussteuer“ zahlen. Die dann den Klubs, die am wenigsten ausgeben, zugutekommen. Klingt kompliziert, klappt aber ganz gut.
Vielleicht auch in fußballerischen Breítengraden mal eine Überlegung wert...
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