Das erwartet uns 2015

Hoeneß doch unschuldig!

Dortmund steigt ab! Guardiola hört frustriert auf! Reus ist Schweizer! Zehn Dinge, die in diesem Jahr (vielleicht) passieren werden.

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Borussia Dortmund steigt ab!
Was ein Drama. Am 34. Spieltag verspielt der BVB eine 3:0-Führung gegen Werder Bremen, verliert noch mit 3:5 (zwei Eigentore von Mats Hummels, Hattrick von Bremens Sebastian Prödl) und steigt ab! Während die geretteten Bremer Viktor Skripnik ein Denkmal gießen und auf die Stadtmusikanten schweißen lassen, reißt sich Jürgen Klopp gewohnt emotional das frisch verlegte Neu-Haar einzeln aus und kündigt an, sich aus dem Fußballgeschäft zurückzuziehen, um am Niederrhein Rosen zu züchten. Diesen Job hatte zuvor der fast vergessene Jupp Heynckes inne, der fortan den Zweitligisten aus Dortmund trainieren soll. Immerhin: Marco Reus, Mats Hummels und Roman Weidenfeller schwören Schwarz und Gelb ewige Treue, wechseln aber schließlich doch schweren Herzens zum FC Bayern. Norbert Dickel muss nach der dramatischen Niederlage ins Marien-Hospital eingeliefert werden, Diagnose: totales Stimmband-Versagen. Dem bedauernswerten Stadionsprecher wird eine vierwöchige Kur in der Rehaklinik am Berger See verschrieben. Michael Zorc legt mit Tränen in den Augen seinen Posten nieder, kurz darauf folgt ihm auch Aki Watzke. Neuer starker Mann in der Doppelposition aus Geschäftsführer und Sportdirektor wird Uli Hoeneß.

Kickers Offenbach wird Pokalsieger!
Armer Rico Schmitt: Die stundenlange Bembel-Dusche hat dem Trainer von Kickers Offenbach eine Erkältung eingebracht. Schmitt ist es wurst: Sensationell haben seine Offenbacher erst Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Werder Bremen und schließlich im Finale den FC Bayern ausgeschaltet. Besonders die Leistung im Endspiel von Berlin lässt die Fußballwelt erstaunt zurück. Mit einer revolutionären 2-2-6-Taktik hebeln Schmitts Schützlinge die global gefeierten Guardiola-Bayern aus, erschreckend dabei der Auftritt von Manuel Neuer, der gleich drei Ausflüge aus seinem Strafraum verpatzt und schließlich in der Nachspielzeit frustriert den vierten Offiziellen mit einem Kinnhaken niederstreckt. Das »Sparta-Bank-Hessen-Stadion« zu Offenbach wird spontan in »Rico-Schmitt-Kampfbahn« umbenannt, nur knapp verpasst Schmitt einen Monat später den Sprung ins Bürgermeisteramt der Stadt Offenbach. Und Stadtmusikant Haftbefehl veröffentlicht ein Remake seines größten Hits. Neuer Name: »Chabos wissen, wer der Rico ist«.

Guardiola schmeißt hin!
Die Niederlage im Pokalfinale gegen Offenbach ist zu viel für den sensiblen Katalanen. Es ist die einzige Pleite, die Guardiola in der Rückrunde hinnehmen muss, doch selbst die dabei aufgestellten Rekorde (17 Pflichtspiel-Siege in Folge, alle zu null / höchster Sieg in einem Champions-League-Halbfinale – 7:0 und 5:0 gegen Real Madrid) können nicht verhindern, dass der Bayern-Trainer am Tag nach dem deutschen Pokalfinale auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz die Flinte ins Korn schmeißt. Er fühle sich »super super niedergeschlagen«, gesteht Guardiola ein und entschuldigt sich unter Tränen bei der gesamten Münchener Vereinsführung. Nach Guardiola nimmt sich Matthias Sammer die anwesenden Journalisten zur Brust, kritisiert deren Arbeit, die Leistung ihrer Ehepartner und die mangelhafte Begeisterung der Journalisten-Kinder für die Schule. Als er eine halbe Stunde später seine weiteren Kritik-Punkte (Wasser ist nicht nass genug, Feuer könnte generell heißer sein, Muhammad Ali hätte wesentlich mehr aus seiner Karriere rausholen können), ernennt sich Sammer selbst zum Interimstrainer (wobei er kritische Worte an der Bezeichnung »Interim« nicht ausspart). In seiner ersten Amtshandlung setzt er Arjen Robben (45 Tore, 51 Torvorlagen) auf die Tribüne und erklärt den eingeschüchterten Journalisten: »Arjen weiß ganz genau, warum ich das getan habe. Er spielt längst nicht am Limit.« Das Finale der Champions League gewinnt der FC Bayern knapp durch 1:0 in der Verlängerung gegen den FC Barcelona. Sammer hatte sich aus Frust über die Leistung seiner Mannschaft nach 85 Minuten selbst eingesetzt und schließlich mit purer Willenskraft ein Eigentor der verdutzten Katalanen erzwungen.