Das Duell des Spieltags (5)

Die Karnevalstrupp’n

Nach dem 11.11. ist vor der Bundesliga. Oder so ähnlich. Wenn sich Mainz 05 und der 1. FC Köln zum Duell des Spieltags treffen, möchte man eigentlich singen: »Ihr seid nur ein Karnevalsverein!« - und zwar völlig zu Recht.

imago

Was wird nicht alles geschrieben und geunkt vor jedem Bundesliga-Spieltag?! Es werden Statistiken gewälzt, Taktiken analysiert und Befindlichkeiten geraten. Die wirklich harten Fakten fallen dabei allzu oft hinten rüber. Mit dem 11FREUNDE-Duell zum Spieltag gehört das fortan der Vergangenheit an. Denn hier zählt, was sonst nirgends zählt, und am Ende den Unterschied ausmachen wird. Ganz bestimmt. Also: vielleicht.


Die Stimmung
Während der Saisonstart der Mainzer mit ein paar »Woi«-Schorlen intus noch liebevoll als »holprig« oder »durchwachse« bezeichnet werden kann, ist die Stimmungslage in der Domstadt selbst nach 24 Kölsch nicht mehr schön zu reden. In Köln war am 11.11 mal wieder die Hölle los – doch es war Frustsaufen statt Ausgelassenheit angesagt. Tja, »et es wie et es!«


Doch auch beim FSV wollte spätestens nach der 2:5-Testspielpleite gegen Luxemburgs Meister F91 Düdelingen keine richtige Party-Stimmung aufkommen – passiert ist das ganze immerhin nur zwei Tage vor dem Start in die »fünfte Jahreszeit«. Beide Karnevalsklubs befinden sich sportlich in der Krise. Um die bösen Abstiegsgespenster zu vertreiben, bleibt da fast nur noch Selbstironie. Selbst der Wiener Peter Stöger hat das verstanden. Schon vor knapp einem Jahr, als die FC-Welt noch rosig aussah, betitelte er seine Mannschaft als »Karnevalstrupp'n«. Der Punkt geht daher ins Rheinland.


Mainz: 0
Köln: 1

»Alaaf« vs. »Helau«
Mainz und Köln, zwei Party-Hochburgen am Rhein. Gut, in Rheinland-Pfalz sagen sie Fasching dazu. Im Rheinland heißt es Karneval - jedem das seine. Doch entscheidender ist der Ausruf, den man traditionell in beiden Städten von sich gibt, wenn man nicht mehr ganz so nüchtern ist. Also ziemlich oft. Zumindest von Mitte November bis Ende Februar.


In der Landeshauptstadt Mainz schreit man »Helau«, was sich dem Vernehmen nach ursprünglich aus den Worten »hell« und »auf« zusammensetzt. Letztlich bedeutet es so viel wie »hell auflachen«. Daher kommt also: »Mainz, wie es singt und lacht.» Naja, vielleicht auch nicht. Die Kölner setzten bei ihrem Gebrüll jedenfalls lieber auf eine gesunde Portion Selbstbewusstsein. »Alaaf« bedeutet so viel wie »alles zur Seite«. Ganz nach dem Motto: »Platz da, hier kommt der Effzeh!« Ist in der aktuellen Situation zwar vielleicht nicht ganz angebracht, aber an irgendwas müssen sich die Kölner ja aktuell hochziehen. Punkt für beide. 


Mainz: 1
Köln: 2