Das Drama Dresden-Bielefeld aus der Sicht eines Arminen

Und der Teufel grinste

Dann flog unser Abwehrchef vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz. »Aha!«, dachten wir. »So läuft das also diesmal mit dem Teufel und seiner Schippe.«

Dann schossen wir mit zehn Mann das 0:1.

Dann flog auch ein Dresdner vom Platz.

Dann schossen wir das 0:2.

Dann bombten die Dresdner Fans das Stadion zu Klump (na ja, fast).

Dann wurde das Spiel unterbrochen.

Dann ging es weiter und Dresden schoss 20 Sekunden später das 1:2. »Aha!«, dachten wir. »So läuft das also diesmal mit dem Teufel und seiner Schippe.«

Dann schoss Dresden das 2:2. »Aha!«, dachten, ach was, schrien wir unseren Schmerz in die Welt. »Scheiß Teufel! Scheiß Schippe! Immer dasselbe!«

Dann schossen wir das 2:3. »Nanu«, dachten wir.

Dann war Schluss.

»Ihr habt eine Stunde Zeit, unsere Stadt zu verlassen«

Und wir, wir saßen ungläubig vor dem Fernseher und kratzten uns ratlos am Kopf: Wie, nicht abgestiegen??? Wir sahen Dresdner Idioten, die – unzufrieden mit der Gesamtsituation – ein riesiges Spruchband aufhängten, auf dem stand: »Ihr habt eine Stunde Zeit, unsere Stadt zu verlassen.« Damit meinten sie wohl ihre eigenen Leute, aber auch die Bielefelder ließen sich nicht lange bitten. Unser wenig sympathischer Trainer bekam vor lauter Aufregung Kreislaufstörungen und wurde uns plötzlich ziemlich sympathisch. Wir aber sahen kopfschüttelnd die weinenden Dresdener Spieler und fragten uns: »Kann es sein, dass diesmal wirklich andere die Arschkarte gezogen haben?«

Bis uns einfiel, dass wir gar nicht gerettet, sondern lediglich in der Relegation waren.

»Wir sehen uns Freitag in Darmstadt«, sagte der Teufel und grinste.