Das Dortmunder Einlassproblem

»Die ganze Situation war vorprogrammiert«

Fuhrken erzählt von kollabierten Personen und Kindern, die über den Zaun aus dem Viereck gereicht werden. Es klingt bedrückend. Er sagt: »Ich hatte Angst, da nicht mehr rauszukommen.«

Nur der Besonnenheit der Fans sei es zu verdanken, dass nicht noch mehr passiert. »Die Ultras haben dafür gesorgt, dass niemand mehr in das Viereck gelangt,« sagt Fuhrken. Erst nach einer Weile habe sich die Situation beruhigt. Die Menschen im Viereck werden ins Stadion gelassen, und irgendwann gehen die normalen Kontrollen weiter. Einige Fans sind erst weit nach Anpfiff im Stadion. 

Fuhrken sagt: »Die ganze Situation war vorprogrammiert.«

Das nächste Risikospiel steht vor der Tür

Bereits im Frühjahr 2016 kam es am Einlass zum Dortmunder Gästeblock zu Problemen. Damals gelangten rund 80 Spurs-Anhänger durch »Druckausübung« ungehindert ins Stadion, 17 Tottenham-Fans trugen nach offiziellen Darstellungen bei Auseinandersetzungen zwischen Gästefans und Ordnungsdienstmitarbeitern Augenreizungen davon. Der BVB arbeitet die Dinge intern auf, und bittet diesmal um Zeit. Das Derby, das nächste Risikospiel steht vor der Tür. Es geht Schlag auf Schlag. 

Was bleibt ist die angespannte Situation vor dem Dortmunder Stadion. Man muss nicht gleich Duisburg und auch keine Panikforscher bemühen, um zu verstehen, dass am Mittwoch Verletze durch den Einsatz von Pfefferspray am untersten Rande der Skala waren.

Wenn die Fans sich nicht bewegen, wenn sie an ihrer Position festhalten, wenn also Pyrotechnik für sie kein Verbrechen ist, und wenn alle Kontrollen ohnehin am Ende weitestgehend nutzlos bleiben, müssen andere Sicherheitskonzepte her, müssen andere Umgangsweise erprobt werden. 

»Abbrennen von Pyrotechnik ist eine Straftat. Punkt«, sagt Claudia Weigandt, die Pressesprecherin der Dortmunder Polizei. Das ist der, immerhin aus Polizeisicht verständliche, Stand der Pyrodiskussion.