Das Bayern-Spiel in der Analyse

Einsatz lohnt sich wieder

Frankfurt war ein solcher Gegner. Defensiv führten sie ihre Manndeckungen konzentriert aus, ohne dabei Lücken in der Defensivformation zu reißen. Nach Ballgewinnen schalteten sie schnell um. Mit Flügelwechseln nutzten sie die enge Formation der Bayern aus. Immer wieder schickten sie die Außenverteidiger nach schnellen Spielverlagerungen die Linien herunter, immer wieder fanden deren Flanken Alex Meier. In der ersten Halbzeit waren die Frankfurter absolut überlegen, das Unentschieden für die Münchener schmeichelhaft. Das hat es lange nicht mehr gegeben.

Einsatz lohnt sich wieder

Es war fast wie eine Zeitreise. Wenig ist momentan übrig von der totalen Dominanz der Heynckes- und der Guardiola-Ära. Die Umstellung auf das von Ancelotti geforderte schnellere, defensiv stabilere Spiel ist noch nicht abgeschlossen. Die Bayern stecken irgendwo dazwischen fest, wodurch ihr Spiel derzeit eher den Hitzfeld- oder Magath-Jahren ähnelt: viel Stückwerk und Hoffen auf die individuelle Klasse.

Erst als die Bayern nach rund einer Stunde auf ein 4-4-2 umstellten, häuften sich die Chancen. Diese Umstellung war letztlich aber kleiner, als sie auf dem Papier wirkt: Die Verbindungsprobleme waren noch immer vorhanden, auf den Flügeln waren sie weiterhin verwundbar. So konnten die Frankfurter auch nach der Unterzahl weiter gut mithalten. Aus der manndeckenden Fünferkette wurde eine raumdeckende Viererkette – und auch an dieser Variante kamen die Münchener nicht vorbei.

Viele Probleme der Bayern sind akuter Wachtstumsschmerz. Die Bayern verschieben schlecht, das schnelle Spiel in die Spitze greift noch nicht, Müller hat seine taktische Rolle noch nicht gefunden. Das ist kurzfristig jedoch gefährlich. Die übermächtigen Bayern wirken geerdet. Zum ersten Mal seit 2012 scheint sich Einsatz für die Bayern-Gegner wieder zu lohnen. Nicht zuletzt lebten die Bayern in den vergangenen Jahren von ihrem Unbesiegbarkeitsmythos – so mancher Gegner ließ seine Spieler vorsorglich sperren, weil gegen die Bayern sowieso nichts zu holen war. Das wird in dieser Saison wohl nicht passieren.

Lederhosenkrise? Oder nur aufgeblähter Schmarr'n? Die kommenden Gegner heißen Gladbach, Augsburg, Hoffenheim, Dortmund und Leverkusen. Schau'n mer mal, würde der Bayer sagen. Den Frankfurtern wird’s egal sein. Sie haben sich mit ihrem besten Spiel seit langer Zeit das 2:2 redlich verdient.

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