Darum ist die Doll-Verpflichtung ein Fehler

Egal was passiert

Spötter könnten nun meinen, dass das der Moment gewesen sein muss, in dem man in Hannover hellhörig wurde. Schließlich jubeln in Hannover alternde Granden wie Gerhard Schröder, Carsten Maschmeyer und Dirk Rossmann durch die Meinungshoheiten und um Vereinsboss Martin Kind herum. Aber vielleicht suchte man ja tatsächlich nur einen, über den Horst Heldt sagen konnte: »Als ehemaliger Fußballer weiß Thomas, wie die Spieler ticken. Er ist bekannt als akribischer Arbeiter mit einer klaren Ansprache.«

Als großer Erneuerer ist Doll allerdings nicht bekannt. Dabei wäre es das gewesen, was Hannover dringend gebraucht hätte. 



So bleibt 96 ein Klub, der nach dem Prinzip »Kann man schon so machen« zu leben scheint. Statt auf hoffnungsvolle Talente, die innerhalb kurzer Zeit ihren Marktwert vervielfachen und dem Klub mit höhen Ablösen neue Perspektiven ermöglichen, setzt man in Hannover bestenfalls auf das Prinzip »Der hat schonmal gezeigt, dass er es kann, wird bestimmt wieder«.

Es bleibt fantasielos

Einzig die Eigengewächse wie Waldemar Anton oder Noah Sarenren Bazee bilden, ebenso wie der Transfer von Walace, eine (nicht hinreichende) Ausnahme. Kevin Akpoguma ist nur geliehen, Benjamin Hadzic oder Florent Muslija haben ebenso wie Iver Fossum (noch) nicht nachweisen können, dass sie sportlich und langfristig finanziell Mehrwerte bieten.



Immerhin: Viel zu verlieren hat man in Hannover nicht. Der Abstieg käme nicht mehr überraschend, im schlimmsten Fall wird es dann über Thomas Doll heißen: Da konnte er auch nichts mehr machen.

Viel zu gewinnen allerdings auch nicht. Auch wenn das kleine Wunder Klassenerhalt noch gelingen sollte, die Fantasielosigkeit des Klubs bliebe bestehen.

Immerhin das mit der Quadratur des Kreises wäre dann geschafft.