Dank Winterpause: Wenn plötzlich wieder alles gut ist

Vom Feeling her ein gutes Gefühl

Stuttgart, Frankfurt, Werder – über das große Glück, wenn die eigene Mannschaft falsche Hoffnungen erfüllt.

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Diese Winterpause. Sie kann einen wahnsinnig machen. Weil die eigene Mannschaft einen Lauf hatte und man nicht möchte, dass dieser Höhenflug von so etwas Schnödem wie einer Zwangspause unterbrochen wird. Oder weil man plötzlich nichts mehr anzufangen weiß mit seinen Wochenenden.

Die Fußball-Reset-Taste im Hirn

Sie kann aber auch ein wärmender Deckmantel des Vergessens sein. Darin lullen wir, die wir uns einer Mannschaft mit katastrophaler Hinrunden-Bilanz verschrieben haben, schön gemütlich ein, ziehen die Decke über den Kopf und warten einfach ab. Wenn er dann da ist, der Rückrundenauftakt, haben wir vergessen, wie lausig unsere Defensive ist, wie ideenlos das Mittelfeld spielte und übersehen selbst die Torflaute unserer Stürmer. Unser Hirn hat in Sachen Fußball die Reset-Taste gedrückt. Wir ignorieren den Tabellenstand, wir wissen ja, wie schnell das alles gehen kann. Wir lassen die Saison noch einmal neu beginnen. Unsere Mannschaft ist kein Abstiegskandidat mehr, sondern hat bislang ungenutztes Potential. Die Neuzugänge kennen wir nicht? Das zeigt doch, wie unglaublich raffiniert die Verantwortlichen unseres Klubs arbeiten. Gottverdammt, ja, alles ist wieder möglich!

Ein Fußball-Fan kennt kein mieseres Gefühl, wenn einem dieser Irrglauben gleich im ersten Spiel laut klatschend um die Ohren gehauen wird. Wenn das innere Kartenhaus der neuen Zuversicht von der Realität umgestoßen wird. Wenn die eigene Mannschaft immer noch genauso lausig ist wie damals, vor langer Zeit, Ende Dezember. Wie in Hannover, wo 96 mit 1:2 gegen Darmstadt verlor und nun Tabellenletzter ist. Vielleicht auch in Hoffenheim, wo der 1:1-Ausgleichstreffer von Gegner Bayer Leverkusen in der 75. Minute fiel. Winterpause, du Drecksau, hast uns wieder einmal reingelegt.