Comebacks im Fußball

»Ja, komm. Das mach ich«

Bachirou Salou
Nach Matt Le Tissier und Uwe Seeler kann nur einer kommen: Richtig, Bachirou Salou. Der ehemalige Bundesligaspieler wagte 2005 als 35-Jähriger ein erstes Comeback bei SC Kapellen-Erft, für den er sich ein Jahr durch die Strafräume des niederrheinischen Verbandsligafußballs tankte.
 
Fünf Jahre später, 2011, wagte er ein zweites Comeback beim Kreisligisten VfL Meckenheim. Der Klub jubelte kurz nach der Verpflichtung auf seiner Homepage: »Zuerst wollte es keiner glauben, hielt es für eine Spinnerei und eines der Gerüchte, die in Fußballkreisen so gerne gestreut werden und ihre Runde machen. Es ist aber wahr!«
 
Steffen Karl
»Eisenkarl« hat so einiges mitgemacht in seiner Karriere: Über 160 Bundesligaspiele für Dortmund und Hertha BSC, Auslandsstationen bei Manchester City, beim FC Sion, bei Valerenga Oslo und Lokomotive Sofia, 2005 verwickelt in den Hoyzer-Wettskandal. Zwischendurch atzte Gangster Steffen Karl stilecht für die Sportfreunde Kladow über die Acker der Berliner Bezirksliga 3.
 
Im Mai 2014 verkündeten dann verschiedene Medien: »Fortuna holt Steffen Karl!« Doch Gemach: Der 44-Jährige gab kein Comeback in Düsseldorf, sondern beim Landesligisten Fortuna Chemnitz.
 
George Best
Schon gen Ende seiner Manchester-United-Zeit verkündete George Best beinahe im Monatstakt seinen Rücktritt, nur am dann wieder zurückzukommen. Im Frühjahr 1972 suspendierte ihn Trainer Tommy Docherty etwa aus der ersten Mannschaft und versetzte ihn in die Juniorenabteilung, weil Best immer häufiger angetrunken beim Training erschienen war – wenn er überhaupt kam. Vor wichtigen Spielen war er zudem oft tagelang nicht aufzufinden. Best sagte daraufhin, er würde nie wieder für ManUnited spielen. Neun Monate später stand er allerdings wieder auf dem Platz.
 
Und so ging es später weiter: Nach Stationen in den USA, Hong Kong und Australien setzte er sich erneut zur Ruhe bzw. an die Bar. Karriereenden wurden 1980, 1981 und 1983 verkündet. Doch 1984 wagte Best, mittlerweile 38 Jahre alt, noch ein letztes Mal Comeback. Es war eine Herzenssache, denn der Mann aus Belfast ging zum nordirischen Klub Tobermore United und machte im Februar 1984 das einzige Pflichtspiel seiner Karriere für einen nordirischen Verein.
 
Otto Rehhagel
Ähnlich überrascht wie die Dortmunder Fans im April 2000 dürften die Hertha-Anhänger am 18. Februar 2012 gewesen sein. Da stellte nämlich Michael Preetz den 73-jährigen Otto Rehhagel als den Mann vor, der das Feuer zurückbringen sollte.
 
Der 73-Jährige hatte zuletzt im Jahr 2000 mit dem 1. FC Kaiserslautern einen Bundesligisten trainiert. Danach war er bis 2010 als griechischer Nationalcoach tätig gewesen. Die Hertha übernahm er auf Tabellenplatz 16, wo sie auch nach 34 Spieltagen stand. Die Relegation verlor die Mannschaft gegen Fortuna Düsseldorf. Das Rückspiel in der Esprit-Arena zog endlose Diskussionen über Gewalt nach sich, da auf dem Platz und den Tribünen ziemlich turbulent zugegangen war. Die Fans sprachen von einem »positiv besetzten Platzsturm«, Otto Rehhagel von Krieg: »Ich hatte Halb-Angst. Ich habe 1943 bei der Bombardierung der Amerikaner in Essen im Keller gesessen, da hatte ich Angst. Ich weiß, was da passieren kann. Es war ein Ausnahmezustand.« Nach der Saison beendete er endgültig seine Karriere.
 
Manfred Burgsmüller
Der vermutlich fitteste Fußballer der Bundesligageschichte: Manfred Burgsmüller. Warum er nie verletzt war? Ganz einfach: Weil es keine echten Verletzungen gab. Das erzählte er jedenfalls mal in einem Interview mit 11freunde.de: »Damals zählten nur glatte Brüche.«
 
Noch im Alter von 40 Jahren plügte Burgsmüller die Strafräume um, ehe er 1990 die Schuhe an den Nagel hängte. Jedenfalls die Fußballschuhe – denn 1996 gab er ein Comeback im American Football. Der Manager des Teams Düsseldorf Rhein Fire hatte beim damaligen Arbeitgeber von Manni Burgsmüller (Reebok) angefragt, ob dieser einen Ex-Fußballer kennen würde, der sich als Kicker eignete. »Da sagte ich mit meiner großen Klappe natürlich: ›Ja, komm. Das mach ich.‹ Ich habe gar nicht groß überlegt, weil ich es interessant fand – und am Ende sind sieben Jahre daraus geworden«, sagte Burgsmüller. So war er bei seinem Karriereende 2002 mit 52 Jahren der älteste aktive Profi-Footballspieler der Welt.