Claudio Pizarro und die Verlustangst der Werder-Fans

Geh nicht!

Am Mittwoch schenkte Claudio Pizarro Leverkusen drei Tore ein – und den Werder-Fans neue Hoffnung. Aber auch die Sorge vor dem Karriereende der Peruaners ist so groß wie nie.

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Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören.

Das mag, auch wenn wir ihn allzu selten befolgen, ein guter Rat fürs Leben sein. Im Fußball jedoch, unserem zweiten, aufregenderen Leben, dieser Parallelwelt, in der so vieles anders ist, da gilt er nicht: Claudio Pizarro wird jetzt nicht aufhören, er will nicht, er darf nicht, und er muss auch nicht.

Beweis seiner ewigen Jugend

Er ist ja auch erst 37 Jahre alt, was zeigt, dass innerhalb der Parallelweltfußball für den Parallelmenschen Pizarro andere Gesetze gelten, als für andere 37-Jährige wie zum Beispiel, ähem, mich dort gelten würden. Seine drei Tore bei 4:1 des SV Werder gegen Leverkusen brachten ihm nicht nur den neuen Ehrentitel »Trizarro« ein, sie sind auch der endgültige Beweis seiner ewigen Jugend.

»Ich fühle mich nicht wie 37«, sagte er unlängst im Interview mit 11FREUNDE. »Ich fühle mich wie Claudio Pizarro.«

Das muss ein sehr schönes Gefühl sein, und es sei ihm gegönnt, dass es niemals abklingt. Dennoch wäre es schön, wenn jetzt alles aufhören würde, Pizarros Erfolgsserie, die Saison, der Fußball an sich, und das 4:1 wäre das letzte Ergebnis aller Zeiten.

Wie eine Freundin, die schöner ist als man selbst

Denn wenn Pizarro so weitermacht, ist eines eh klar: Im Sommer wird er dann zum dritten Mal zu Bayern wechseln, wie schon 2001 und 2012, und uns allein lassen mit Fin Bartels. Das hält doch kein Mensch aus, die Verlustangst, den Liebeskummer, den Schmerz, den Bartels.

Pizarro ist wie eine Freundin, die schöner ist als man selbst: Man weiß nicht so recht, warum sie bei einem ist und wie lange sie überhaupt noch bleibt. Aber: Pizarro ist ja auch schon drei Mal zurückgekehrt nach Bremen.

Ich fahre schon mal zum Flughafen Bremen und warte auf ihn, mit pochendem Herzen.