Claudio Pizarro, Bremens Wunderheiler

Big Bossio

Mit seinen drei Toren gegen Leverkusen hat Claudio Pizarro genau das bewirkt, wofür er im Sommer gekauft wurde: den Bremern Hoffnung schenken.

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Claudio Pizarro heißt mit vollem Namen Claudio Miguel Pizarro Bossio. Bossio. Warum hat man den Mann all die Jahre lang eigentlich »Pizza« gerufen, wo das Bossige doch so viel mehr passt zu diesem 37-jährigen Peruaner?

Abstiegsgespenst mit Holsten am Osterdeich

Drei Tore hat Bremens Boss gegen Leverkusen geschossen, 4:1 gewann Werder. Das hat die Norddeutschen nicht von ihren Abstiegssorgen befreit, die Saison ist ja noch lang.

Aber zusätzlich zu dem berauschenden Gefühl, mal wieder ein Bundesligaspiel souverän gewonnen zu haben, weiß jetzt auch der letzte Bremer, was dieser Claudio Pizarro noch auf dem Kasten hat. Das ist das Großartige am Fußball: Noch gestern Abend, kurz vor 20 Uhr, malte man als Werder-Fan den Teufel an die Wand, sah das Abstiegsgespenst höhnisch grinsend am Osterdeich sitzen und sich gehässig mit Holsten betrinken.

Zwei Stunden später hatte sich eine allgemeine Zuversicht breit gemacht, die so seit Wochen nicht mehr spürbar war: Werder wird nicht absteigen. Nicht mit Claudio Pizarro.

Diese Mannschaft macht Angst

Genau dafür haben ihn die Verantwortlichen vor dieser Saison verpflichtet. Für die Hoffnung. Was bleibt Werder-Fans denn auch übrig in einer Zeit, da die großen Thomas-Schaaf-Jahre so lange vorbei zu sein scheinen, dass man schon gar nicht mehr weiß, was zuerst da war: König Otto oder Kronprinz Schaaf?

Werder ist chronisch klamm, der Kader ähnlich schwach besetzt wie einst zur Post-Otto-Ära, das Trainergespann Skripnik/Frings wirkte zuletzt hilf- und ideenlos. Diese Mannschaft macht nicht Mut, sie macht einem Angst. Angst vor dem ersten Abstieg seit 1980.