Celtic: Mit alter Kraft voraus

Der Geist der Löwen

Nach einer 0:7-Klatsche in Barcelona meldete sich Celtic Glasgow gegen Manchester City eindrucksvoll zurück. Vor dem Duell gegen Gladbach wird die Mannschaft nun sogar schon mit den Europacuphelden von 1967 verglichen.

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Neulich haben die Löwen mal wieder ihren Geist vorbeigeschickt. Der Geist der Löwen ist nicht mehr so oft beim Fußball zu Gast, denn die Zeiten haben sich geändert. Zu viel Geld ist in Manchester, London oder Paris im Spiel, als dass es den Geist noch interessieren würde, aber wenn er denn kommt, dann auch richtig!

Es war Ende September, als Manchester City im Celtic Park gastierte, dieses von arabischem Geld gepamperte Unternehmen mit seinen Stars aus der ganzen Welt und dem Trainer aus Katalonien. Also schickten die Löwen ihren Geist ins Glasgower East End, und es wurde ein atem beraubender Abend.

Ein 3:3, das der Celtic Football Club am zweiten Spieltag der Champions League Manchester abtrotzte, und die schottischen Zeitungen feierten ihre Helden mit dem höchsten Kompliment, das sie vergeben können: Die Lissaboner Löwen sind stolz auf euch! Warum Lissabon? Dazu gleich mehr.

Heimat der Besitzlosen

Heute spielt Borussia Mönchengladbach beim Celtic Football Club, es ist das Duell zweier Traditionsmächte, die schon mal bessere Zeiten erlebt haben. Dort die weißen Fohlen, hier die grün-weiß gestreiften Bhoys, die sich selbst so schreiben, weil es den Akzent von Celtics irischer Vergangenheit trifft. Celtic ist der Klub des Glasgower East Ends, Heimat der Besitzlosen, zu der auch die irischen Einwanderer zählten.

Celtic steht für den alten Fußball, für den Kampf gegen die, die immer oben stehen. Und wer weiß schon, dass Celtic auch mal ganz oben stand? Vor einem halben Jahrhundert gewannen die Bhoys in Grün und Weiß den Europapokal der Landesmeister, wie der Vorläufer der Champions League damals hieß. Es war eine andere Zeit und eine andere Mannschaft. Eine, wie es sie wahrscheinlich nie wieder geben wird.

Lissaboner Löwen

Rein äußerlich unterschied sich Celtic von der Konkurrenz schon mal dadurch, dass die Spieler keine Rückennummern auf den weiß-grün geringelten Leibchen trugen. Nummeriert waren allein die weißen Hosen, aber was war dieses optische Alleinstellungsmerkmal schon gegen den inneren Zusammenhalt?

In der Saison 1966/67 triumphierte in Europa keine zusammengekaufte Mannschaft. Celtic siegte im Finale gegen Inter Mailand mit elf Freunden, die allesamt im Umkreis von 30 Meilen um den Celtic Park geboren waren. Und weil sie dieses Heldenstück in Lissabon vollbrachten, werden sie daheim bis heute als Lisbon Lions verehrt, als die Löwen von Lissabon.

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