BVB II: Rot, Elfer gehalten, Gegenzug, Tor

Was für ein Kitsch!

In Zeitlupe sehen wir den Unterhachinger Schützen den Ball zurecht legen. Weil unser Regisseur Humor hat und sich noch gut an die EM 1996 erinnern kann, nennt er ihn Pascal Köpke. Dieser Köpke läuft an, schießt – doch Hendrik Bonmann hält den Ball. Die Kamera wackelt, denn die Statisten spielen ihre Rolle so hervorragend, dass man glauben könnte, die Rote Erde würde gleich abheben. Kein Schnitt, wir befinden uns in derselben Szene. Der Ball bleibt im Spiel, Dortmund greift an. Spielt einen Angriff über die rechte Seite und setzt einen Stürmer namens Tammo Harder in Szene. Dem gelingt tatsächlich das Tor.

Schnitt.

Wir sehen extreme Nahaufnahmen von Spielern, Trainer und Fans. Die pure Freude, die überwältigende Euphorie, das ungläubige Staunen. Dann: altmodisch klingende Musik, wer vom Fach ist, erkennt an den ersten Klängen, dass es sich hierbei um den alten BVB-Schinken »Wir halten fest und treu zusammen« handelt.

»Wir zieh´n vergnügt und froh dahin,
schwarz-gelb ist unsere Tracht.
Wir haben stets einen heiteren Sinn,
sind lustig, nie verzagt.
Wir kennen eine Feindschaft nicht,
wir schaffen Hand in Hand.
Stets ruhig Blut, ein froh´ Gesicht
ist jedem wohlbekannt.

Wir halten fest und treu zusammen,
Ball Heil Hurra, Borussia!
Vor keinem Gegner wir verzagen,
Ball Heil Hurra, Borussia!«

Schnitt. Nächste Szene: Abpfiff. Endstand 1:0 Schnitt. The End.

Ein furchtbarer Kitsch ist unserem Filmemacher da gelungen. Die Story absurd, das Setting unrealistisch. Aber was soll man ihm auch vorwerfen. Er hat eben keine Ahnung vom Fußball.