Bundesliga-Check: Eintracht Frankfurt

Der Adler landet nicht

Selten konnte sich Fußball-Deutschland so sehr auf ein Team einigen wie auf jenes der vergangenen Eintracht-Saison. Warum das zu wiederholen schwer wird, aber gelingen kann.

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Rückblick
Die vergangene Saison, sie muss sich für Frankfurt-Fans angefühlt haben wie der Ritt auf einem elektrischen Bullen; auf Wolken und in Richtung Sonnenuntergang. Nur um dann, kurz bevor man tatsächlich angekommen wäre, doch noch hinunter geworfen zu werden. Aber immerhin: Platz 7 und die erneute Qualifikation zur Europa League, dem scheinbar natürlichen Habitat des hessischen Adlers, ergeben unter dem Strich eine faktisch gute Spielzeit. Die gefühlt fantastisch war.

Transfers
Wenn es stimmt, was so im Rechenschieber der Mutmaßungen hängt, dann hat die Eintracht 100 Millionen Euro Transfererlöse erzielt. Mit zwei Spielern. Was irre gut ist. Und irre blöd: Denn natürlich sind Sebastian Haller und Luka Jovic nicht irgendwelche Spieler, sondern solche, die in der vergangenen Saison an 47 von 60 Frankfurtern Bundesliga-Treffern beteiligt waren. Immerhin hat SGE-Mastermind Fredi Bobic jetzt genügend Spielgeld zur Hand, um noch ganz viele schlaue Einkäufe à la Haller und Jovic zu tätigen. Bisher kamen: Zwei Mittelfeldspieler (Djibril Sow, 9 Mio €, Young Boys Bern / Dominik Kohr, 8,5 Mio €, Bayer Leverkusen), ein Stürmer (Dejan Joveljic, Roter Stern Belgrad, 4 Mio €) sowie ein Weltmeister (Erik Durm, Huddersfield, ablösefrei). Außerdem konnten, wenn auch teils nach langem Hin&Her und »Bitte, Bitte«, die drei Ex-Leihspieler Sebastian Rode (Borussia Dortmund, 4 Mio €), Martin »Hinti« Hinteregger (FC Augsburg, 12 Mio €) und Kevin Trapp (Paris Saint Germain, 7 Mio €) fest verpflichtet werden. Juhu. Oder naja, sollte mit Ante Rebic auch noch der Dritte der Erfolgsstürmer der jüngsten Vergangenheit den Anti-Adler und also den Sittich machen. Inter Mailand gilt als interessiert, muss nach der Verpflichtung von Romelu Lukau allerdings wohl erst einmal Einnahmen generieren.