Bundesliga-Check: Borussia Dortmund

Zweiter, immer Zweiter

Der BVB wurde in der vergangenen Spielzeit trotz der offensichtlichen Schwäche der Bayern nur Vizemeister. Jetzt wollen die Dortmunder am Ende der Saison unbedingt ganz oben stehen. Klappt das oder kommt nach Vizekusen nun Zworussia Dortmund?

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Rückblick
Neun Punkte Vorsprung und am Ende hieß der Meister FC Bayern München. Doof gelaufen, die letzte Saison. Aber: Der BVB war so nah dran wie lange nicht. Nach jahrelangem mit Meisterschaftslosigkeit einhergehendem Kleinlautsein und lächerlich bescheiden wirkenden Champions-League-Ambitionen geben sich die Dortmunder nun endlich selbstbewusst und realitätsnah vor der kommenden Spielzeit. »Wir werden mit der klaren Maßgabe in die neue Saison gehen, dass wir wieder versuchen werden, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen«, sagte Hans-Joachim Watzke. Und zwar bereits im Mai. »Wenn ihr wüsstet, wen wir schon alles haben«, muss er da gedacht haben (siehe Transfers).

Transfers
Der BVB ist die Shopping Queen der Bundesliga und hat die spektakulärsten Transfers aller Teams eingetütet. Aber neben der konkurrenzschwächenden Einkaufstour à la FC Bayern München (Brandt, Hazard, Schulz) sollte es den BVB-Fan vielmehr freuen, dass ein überragendes Talent wie Jadon Sancho gehalten werden konnte, nachdem etwa der groß aufspielende Dembélé 2017 direkt weitergezogen war. Mats Hummels könnte dazu das fehlende Puzzleteil der in der vergangenen Saison hin und wieder schwächelnden, unerfahrenen Abwehr sein.

Zu dieser gesellt sich auch der leiseste Dortmunder Transfer: Mateu Morey vom FC Barcelona. Der Spanier war zuletzt eine ganze Saison lang verletzt, er gilt als großes Talent auf der Rechtsverteidigerposition und ist ein Perspektivtransfer des BVB: Achraf Hakimi wird im kommenden Jahr nach seiner Leihe vermutlich zu Real Madrid zurückkehren und Lukas Piszczecks Vertrag läuft aus. Morey wurde vor zwei Jahren mit Spanien U17-Europameister. Im Finale gegen England schoss er ein Tor nach Traumkombination und ließ seinem damaligen Gegenspieler keine Chance. Und der hieß immerhin Jadon Sancho.

Der BVB hat in diesem Transfersommer mit Abdou Diallo aber auch einen vielversprechenden und, im Gegensatz zu Mats Hummels, jungen Verteidiger an PSG abgegeben. Außerdem müssen die vielen Neuzugänge erst einmal ins ambitionierte System von Trainer Lucien Favre integriert werden. Großer Verlierer des Dortmunder Transfersommers ist aller Voraussicht nach Marcel Schmelzer, der sich nun hinter Nico Schulz und Raphael Guerreiro wird anstellen müssen.

Zur Causa Hummels

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