Bundesliga-Check: 1. FC Köln

Jeck mich

Souverän aufsteigen und trotzdem sowohl den Trainer als auch den Präsidenten verlieren? Köln kann, denn: Köln bleibt Köln. In der Bundesliga könnte das allerdings ganz anders aussehen.

imago images

Rückblick
Der »Effzeh« war dem Rest der Liga Zwei dermaßen überlegen, dass er sich sogar eine eklatante Schwächephase und einen aufsehenerregenden Trainerrauswurf zum Saisonende leisten konnte. Zurück in der Bundesliga sind die Kölner natürlich kein gewöhnlicher Aufsteiger, sondern qua folkloristischem Selbstverständnis mindestens der erste Herausforderer der Bayern. Doch selbst eine Platzierung zehn Ränge unter der Champions League-Qualifikation würde im ersten Jahr genügen. Bevor danach der logische Angriff auf die Königsklasse erfolgen muss. 

Transfers
Kingsley Schindler kommt von Holstein Kiel, das damit zu so etwas wie dem Farmteam des FC verkommen ist. Außerdem bedienten sich die Kölner in Zwolle (Rechtsverteidiger Kingsley Ehizibue), Gent (Mittelfeldspieler Birger Verstraete) und Montpellier (Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri). Bei den Abgängen gehören Frederik Sörensen oder Jannes Horn zu den Streichkandidaten. Serhou Guirassy verschlug es bereits nach Frankreich. Insgesamt musste der FC nicht allzu viel tun, da er schon mit einem Erstligakader in die Zweite Liga gegangen ist. Das Problem: Arrivierte Jungs wie Horn, Hector und Höger haben eben auch ein Jahr nicht auf Erstliganiveau spielen können.

Boss-Level
Armin Veh genießt das Boss-Level 100, hat er doch bereits langjährige Funktionäre wie Werner Spinner abgedrängt. Im Präsidium bleiben Markus Ritterbach, Toni Schumacher und Stefan Müller-Römer. Letzterer soll auf der Mitgliederversammlung nicht antreten - deshalb herrscht wohl auf Präsidiumsebene ein Machtvakuum. Der neue Trainer Achim Beierlorzer konnte immerhin durch sein kumpelhaftes Auftreten beim Anhang punkten - das wird in der Saison schwieriger. Der FC spielt zum Auftakt erst in Wolfsburg und dann gegen den BVB.

Umfeld
Großes Thema bleibt der Stadionausbau auf 75 000 Zuschauer, eine Machbarkeitsstudie stützte das Anliegen, doch das Hin und Her wird sich weiter wie Kaugummi ziehen. Die Stadiondiskussionen und Grabenkämpfe im Verein wirkten zuletzt wie ein Klotz am Bein des FC. In der Bundesliga wird sich der Klub so viele Nebengeräusche und Streitigkeiten nicht folgenlos leisten können. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie beim VfB Stuttgart nach. 

Trikot
Hübsch bis solide. Beim Ausweichtrikot stechen die Dom-Applikationen hervor, die das Leibchen flugs zu einem echten Verkaufsschlager avancieren ließen.

11FREUNDE-Prognose
»Einen Spieler brauchen wir noch«, sagt Armin Veh und meint damit womöglich einen weiteren Innenverteidiger. Kommt der, dürften sie aber aufgrund der ohnehin schon vorhandenen Qualität eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben.