Britischer Fan rennt zu jedem Auswärtsspiel

Burnley Runner 2018

Von wegen Bus oder Bahn. Ein Burnley-FC-Fan ist im Begriff, jedes Auswärtsspiel seines Klubs zu Fuß zu erreichen. Ein ambitioniertes Vorhaben, hinter dem tatsächlich Sinnvolles steckt.

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Fünfeinhalb Stunden Autofahrt sollten Anhänger des Burnley Football Clubs nächste Woche durchaus einplanen, wenn sie sich auf den Weg nach London machen, um der Auswärtspartie bei Crystal Palace beizuwohnen. Alternativ müssten acht Tage und um die 60.000 Kalorien geopfert werden, wenn man die 338-Kilometer-Strecke lieber rennen möchte. Aber so bescheuert kann doch niemand sein! Oder?

Doch! Der Brite und Burnley-Fan Scott Cunliffe beabsichtigt genau das zu tun. Die spinnen, die Briten. Tatsächlich ist Cunliffe in dieser Saison bereits zu jedem der sieben Auswärtsspiele seines Herzensvereins gerannt, was ungefähr einem Aufwand von 45 Marathonläufen gleichkommt. Cunliffes Schritte-Zähler zeigt dieser Tage eine Marke jenseits der zwei Millionen an. Aber noch ist er seinem eigentlichen Ziel – wortwörtlich geschrieben – meilenweit hinterher. Der 44-Jährige hat die Vision, alle 19 Auswärtstermine des Burnley FC in dieser Saison fußläufig zu erreichen. Was allmählich die Frage aufwirft: Was soll der Quatsch überhaupt?

»Die verrücktesten Ideen sorgen für Aufmerksamkeit«

In erster Linie nutzt Scott Cunliffe das Laufen zu Therapiezwecken. Für sich persönlich. Die vergangenen beiden Jahrzehnte engagierte sich der Engländer in Südostasien für verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen. Während der Zeit in Indonesien und Osttimor wurde Cunliffe immer wieder unfreiwillig Zeuge von Gewaltdelikten in den von Armut geplagten Umgebungen, was bei ihm eine posttraumatischen Stressstörung entwickelte, gefolgt von einer schweren Depression. Als Scott Cunliffe Anfang des Jahres nach England zurückkehrte, entschied er sich, seine Liebe zu Burnley mit seiner Leidenschaft für das Marathonlaufen zu verbinden.

Die »RunAway Challenge« ist eine »verrückte« Idee, von der er auf den Inseln oft träumte. Er erhofft sich, durch die schräge Aktion auf ähnliche Fälle von psychisch geschädigten Menschen aufmerksam zu machen und dabei Geld für verschiedene Charity-Organisationen der Premier-League-Vereine zu sammeln. Im Idealfall kommt Cunliffe an den Spielorten mit ausreichend Zeit in petto an, um Angebote und Projekte der jeweiligen Klubs kennenzulernen. Am Ende der Saison plant er, die gesammelten Mittel unter allen 20 Vereinen und deren Projekten gerecht aufzuteilen.