Braunschweig-Frankfurt in der Spielanalyse

Nur 64 Prozent erfolgreicher Pässe

Wenn Braunschweig sich doch einmal hinten herauskombinieren konnte, schafften sie es nie, Kombinationen über mehrere Stationen zu spielen. Ihnen fehlte die Breite im Spiel, vor allem die rechte Seite war lange Zeit abgemeldet. Auf links unterstützte Mirko Boland zwar Verteidiger Ken Reichel, raumöffnende Kombinationen gelangen den beiden aber nicht. Im Zentrum hatten die Braunschweiger hingegen teilweise eine Überzahl, kamen aber nur selten an Flum und Rode vorbei. Die beiden sicherten die Räume stark ab und überzeugten speziell mit ihrer Tiefenstaffelung; sie standen nur selten nebeneinander, sondern sicherten oft versetzt ab und waren stets zur Stelle, wenn Braunschweig den Raum neben ihnen anspielte.

Zwei Unachtsamkeiten, zwei Tore

Nach der Halbzeitpause versuchte Lieberknecht, etwas mehr Schwung ins Offensivspiel zu bringen. Boland schob etwas nach vorne, sodass Braunschweigs Formation eher ein 4-2-3-1 wurde. Manchmal ging Jan Hochscheidt von seiner Zehnerposition aus neben Simeon Jackson, sodass ein 4-4-2 entstand. In den ersten Minuten wirkte es so, als ob Braunschweig damit die Frankfurter Flügelangriffe besser verteidigen könne. Dann fand eine Flanke von rechts jedoch Alexander Meier, Ermin Bikcacic fälschte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab (52.). Wenige Minuten später spielte Omar Elabdellaoui einen hanebüchenen Fehlpass zu Stefan Aigner, der nur noch zum 2:0 einschieben musste (62.).

Anschließend konnte der BTSV das Spiel nicht mehr drehen. Lieberknecht versuchte zwar alles und stellte seine Formation mit der Einwechslung Kumbelas (72., für Theuerkauf) auf ein 4-1-3-2 um. Die Passgenauigkeit ließ jedoch auch in der Schlussphase zu wünschen übrig. Am Ende kamen nur 64 Prozent der Pässe der Braunschweiger an. Damit waren sie weit von jener Form entfernt, die sie in der Hinrunde der vergangenen Zweitligasaison so stark gemacht hatte.