Brasilianischer Stürmer tauscht Trikot gegen Benzin

Stoffwechsel

Weil in Brasilien die LKW-Fahrer streiken, geht den Menschen der Sprit aus. Für den brasilianischen Stürmer Sassa aber kein Problem, denn: Sassa weiß, wie man verhandelt.

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Stürmer Sassa von Cruzeiro EC hat das Trikot mit der Nummer 99, in sechs Copa-Libertadores-Spielen in dieser Saison fünfmal getroffen und: ein Treibstoffproblem. Beziehungsweise hatte er ein Treibstoffproblem. Denn wie so vielen anderen seiner Landsleute war Sassa während des nun schon neun Tage andauernden Streiks der LKW-Fahrer in Brasilien der Sprit ausgegangen.

Also richtete er sich mit einem - anscheineind guten - Angebot an die Fans seiner Mannschaft. Der Vorschlag: Zwei Trikots mit seiner Rückennummer 99 für zehn Liter Benzin. »Damit ich zum Training komme«, flehte der 24-Jährige in einem Video. Und hatte damit Erfolg. Also zumindest ein bisschen.

Oben drauf noch eine Eintrittskarte

Am Dienstag brachte ein Cruzeiro-Anhänger zwei 2-l-Plastikflaschen mit dem rar gewordenen Treibstoff ins Trainingslager. Zwar acht Liter weniger als gefordert, aber immerhin. Sassa war zufrieden und legte trotz der geringen Menge Benzin noch eine Eintrittskarte für das nächste Heimspiel oben drauf. Denn: Vorerst kann er wieder per Auto zu den täglichen Übungseinheiten anreisen.

Die Blockaden der Fernfahrer haben im ganzen Land den Nachschub lahmgelegt, in vielen Städten gab es keinen Tropfen Benzin mehr, Lebensmittel in den Märkten werden knapp. Weil auch der Nahverkehr reduziert wurde, war am Wochenende gar über eine komplette Absage des Spielbetriebs in Brasiliens Topligen nachgedacht worden.