Borussia gegen Borussia

Sorgenfrei gegen Sorgenvoll

Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach trennen zurzeit 15 Punkte. Vor dem Spiel am Freitag warnt BVB-Trainer Klopp die Seinen dennoch: »Wir müssen mit richtig starken Gladbachern rechnen.« Borussia gegen Borussiaimago images
Es ist bald Weihnachten, für Borussia Dortmund steht zum Ende einer bisher sorgenfrei verlaufenen Hinrunde das letzte Heimspiel des Jahres an: Am Freitagabend ist die andere Borussia zu Gast, die von Abstiegsangst geplagte aus Mönchengladbach. »Für uns beginnt die Vorweihnachtszeit erst am Samstag«, betont BVB-Trainer Jürgen Klopp, der sich für Freitag »bloß keine besinnliche Stimmung« wünscht.

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Fans und Verein haben vorgesorgt

Aber da haben Fans und Verein schon vorgesorgt: Akustisch und optisch soll dies eine eindrucksvolle Veranstaltung werden. 78 000 Menschen sind bereits im Besitz einer Eintrittskarte, und der BVB ruft alle dazu auf, mit einem schwarz-gelben Schal zu kommen. Man wünscht sich, na ja, einen »Schal-la-la-Tag«.

Die Voraussetzungen für ein interessantes Fußballspiel sind jedenfalls gegeben: Borussia Dortmund hat bisher häufiger positiv überrascht als enttäuscht, Borussia Mönchengladbach scheint trotz fehlender Resultate gerade jetzt in Form zu kommen. »Das Spiel der Gladbacher gegen Leverkusen war trotz des 1:3 tatsächlich ein gutes«, meint Jürgen Klopp. »Wir müssen mit richtig starken Gladbachern rechnen.« Was allerdings nicht heißen soll, dass er den Gegner vor seinen Spielern übermäßig stark reden will: »Es hat nichts mit fehlendem Respekt zu tun – aber das muss unser Spiel werden! Wir können unter diese Hinrunde einen passenden Schlusspunkt setzen. Wir können uns richtig reinhauen, danach ist genügend Zeit zur Regeneration.«

Gute Trainingswoche

Optimismus schöpft der Trainer aus einer »guten Trainingswoche«. Nelson Valdez ist wieder dabei, auch Jakub Blaszczykowski, der zuletzt häufiger spielen als trainieren konnte. Und pünktlich vor dem Spiel gegen Gladbach hat auch Sportdirektor Michael Zorc eine gute Nachricht zu bieten: Der Vertrag mit dem 100-maligen südkoreanischen Nationalspieler Young-Pyo Lee ist über das Saisonende hinaus um ein Jahr bis Juni 2010 verlängert worden – mit Option auf eine weitere Saison. »Wir haben damit seinen Leistungen Rechnung getragen, mit denen wir sehr zufrieden sind«, sagt Zorc. Der 31-jährige Außenverteidiger, der auf beiden Seiten spielen kann, wurde erst nach Saisonbeginn von Tottenham Hotspur geholt, weil sich Dede, der als unersetzlich galt, gleich im ersten Spiel in Leverkusen einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Auch die Fans wissen Lee längst zu schätzen und rufen seinen Namen bei jedem Ballkontakt – schön lang gezogen natürlich, das klingt. »Das gibt mir viel Kraft«, sagt Lee, »ich bin sehr dankbar für diese Unterstützung.«

Weniger dankbar und zufrieden ist nun zwangsläufig Antonio Rukavina. Der Serbe, vor einem Jahr von Partizan Belgrad nach Dortmund gekommen, hatte anfangs auf der durch Philipp Degen zuvor vernachlässigten rechten Abwehrseite stark gespielt, in dieser Saison aber verlor er den Anschluss. Auch, weil nicht damit zu rechnen war, dass dem jungen Marcel Schmelzer ein so beeindruckender Sprung nach vorne gelingen würde. Rukavina wird einer der Spieler sein, die der BVB bei treffenden Angeboten vielleicht schon zur Winterpause abgeben würde. »Wir haben jetzt, da wir nicht mehr international im Einsatz sind, sicher nicht zu wenige Spieler im Kader«, bestätigt Michael Zorc, ohne Namen von Streichkandidaten zu nennen. Ab Samstag ist Zeit für Überlegungen in Ruhe.