Bologna vergisst seinen Neuzugang am Flughafen

Fünf Mitarbeiter entlassen

Nun, wie gesagt, der Mann ist 30. Hat schon für den FC Porto und Spartak Moskau gespielt. Kennt sich aus in der Welt. Hat das nötige Kleingeld für ein Taxi und ist ganz bestimmt in Besitz eines gut funktionierenden Mobiltelefons. Und so einer sitzt entmutigt auf seinen Koffern am Flughafen und ist handlungsfähig wie ein Kleinkind? Entweder, die italienischen Medien haben die Geschichte an einigen Stellen leicht verfälscht oder die verwöhnten Profifußballer der Gegenwart sind noch unselbstständiger als wir bislang vermuteten.

Beispiel Perrotta

Vielleicht sollte sich Ibson ein Beispiel am ehemaligen italienischen Nationalspieler Simone Perrotta nehmen. Der verpasste während der Europameisterschaft 2008 die Abfahrt des Teambusses um 23 Uhr vor dem Hotel der Spielerfrauen. Perrotta, so hieß es, habe sich – hüstel – nicht rechtzeitig von seiner Lebensgefährtin Lorena trennen können. Als er seine Verspätung bemerkte, überredete der Mittelfeldmann eine Polizeistreife, die mit ihm so zügig durch die Wiener Innenstadt brauste, dass er zeitgleich mit seinen Kollegen das Teamhotel erreichte – und einer Strafe entging.

Eigenverantwortung, lieber Ibson, heißt das Zauberwort. Apropos Verantwortung: Bolognas Präsident Albano Guaraldi war so erbost über die peinliche Panne seiner Untergebenen, dass er die fünf hauptschuldigen Mitarbeiter kurzerhand rausschmiss. Der abstiegsbedrohte Erstligist sucht nun händeringend nach Funktionären mit besonderen Kenntnissen in Sachen PR und Marketing. Wir sind gespannt, wer die Neulinge dann am Flughafen abholen wird.