Bochum, Gladbach und die Angst vorm Exitus

Das Messer am Hals

VfL-Trainer Marcel Koller mahnt gegen Gladbach Laufbereitschaft, Konsequenz und Entschlossenheit an. Im Freitagsspiel müssten die Bochumer »die Verunsicherung« der Gäste ausnutzen und Fehler provozieren. Bochum, Gladbach und die Angst vorm Exitus Imago Nach dem Aufstieg war es ein geflügeltes Wort von Marcel Koller, das »Messer am Hals«. Womit der große Druck gemeint war, unter dem seine abstiegsgefährdete Mannschaft den größten Teil der Saison stand.

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Diesmal aber sieht Koller das berühmt gewordene »Messer« beim kommenden Gegner. »So ist mir das auch lieber, weil ich ja meinen Job behalten will«, sagte Koller grinsend.

Verliert Borussia Mönchengladbach am Freitag im rewirpower-Stadion zum siebten Mal in dieser Spielzeit, dann dürfte der ehemalige »Stolz vom Niederrhein« das Kellergeschoss der Bundesliga in der Hinrunde wohl kaum noch verlassen können.

Weil Koller vermutet, dass Borussias Sportlicher Leiter und Interimstrainer Christian Ziege besagtes »Messer«, also den Ernst der Lage, seinen Spielern »sicher vermitteln« wird, gelte, so Koller, für sein eigenes Team, die Forderung: »dagegen halten«.

Mit der entsprechenden Einstellung und Laufbereitschaft »müssen wir die Verunsicherung« ausnutzen und »Fehler provozieren«.

Wahrnehmbarer Aufwärtstrend

Dabei hofft der VfL-Trainer, den zuletzt wahrnehmbaren Aufwärtstrend fortsetzen zu können. »Wir haben gesehen, dass wir das Eine oder Andere drauf haben«, sagte Koller, mochte sich aber noch nicht auf ein Spielsystem festlegen.

Sowohl gegen Leverkusen als auch in München habe man sich Möglichkeiten herausspielen können. Im ersten Fall hatte Kapitän Thomas Zdebel am Ende der grundsätzlich von Koller bevorzugten Mittelfeld-Raute gespielt, im zweiten Fall machte die Doppel-Sechs vor der Abwehr mit Christoph Dabrowski und Oliver Schröder einen guten und lebhaften Eindruck.

Zugeknöpft


Zdebel, der nach Verletzungspause nun wieder zur Verfügung steht, vermochte selbst keine Prognose zu stellen, und auch der VfL-Trainer gab sich noch zugeknöpft. Immerhin gab er zu Protokoll, dass die Bayern-Variante »sehr flexibel« gewirkt habe und man damit dem Gegner das Leben »schwer machen« könne.

Dann erinnerte Marcel Koller daran, dass Dabrowski in München getroffen habe und Schröder im Testspiel in Wattenscheid ebenfalls gezeigt habe, dass er das gegnerische Tor zu finden in der Lage ist.

Es scheint also zumindest so, als ob Koller momentan Gefallen gefunden hat an dieser Konstellation und Ausrichtung.
Auch Ono wieder dabei

Zur Verfügung steht neben Zdebel auch wieder Shinji Ono, während Sinan Kaloglu am Dienstag wegen einer Verspannung im Nacken das Training abbrechen musste. Sollte der türkische Stürmer, der sich bei den Bayern von seiner Schokoladenseite gezeigt hatte und an allen drei Bochumer Toren beteiligt war, ausfallen, wäre das bedauerlich für den VfL.

Dabei, aber noch nicht richtig

Gerne hätte auch Daniel Imhof gespielt, zumal die Gladbacher mit seinem Mitspieler aus der kanadischen Nationalmannschaft, Rob Friend, anreisen werden. Aber für Imhof und Vahid Hashemian gilt, was Marcel Koller so formuliert hat: »Sie sind im Training dabei, aber noch nicht richtig.«