Blogschau: Der Fehler mit Robben und Geschenke in Rostock

Kein Schweini gehabt

Dortmund spielt wie ein Abstiegskandidat und entführt drei Punkte aus München, Rostock verteilt Gastgeschenke an St. Pauli und eine Bloggerin dokumentiert ihre Erfahrungen beim Fan-Werden. Die 11FREUNDE-Blogschau. Blogschau: Der Fehler mit Robben und Geschenke in Rostock Text der Woche
Was der Schweizer Gökhan Inler mit der Heimniederlage der Bayern gegen Dortmund zu tun hat? Wenn es nach Breitnigge geht: eine ganze Menge. Inler spielt beim SSC Neapel und fuhr Bayerns Bastian Schweinsteiger beim Aufeinandertreffen in der Champions League vor einigen Wochen dermaßen ungeniert in die Parade, dass sich dieser das Schlüsselbein brach und gegen den BVB nun schmerzlich vermisst wurde. So gelang es den Dortmundern mit banalen Mitteln wie »massivem und laufintensivem Offensivpressing«, den Bayern den Zahn zu ziehen. Ansonsten präsentierten sich die Gäste aber auch wie jeder Abstiegskandidat, der in München vorspielt. Bei den Gastgebern machte Jupp Heynckes den Fehler, einen »rekonvaleszenten« Robben aufzustellen, der gegen einen solchen Defensivverbund keine Schnitte sah. Und trotz der Niederlage findet der Bayern-Blog Anlass für einen begründeten Zweckoptimismus, »weil wir immer noch Tabellenführer sind.«

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Bester Spruch
»Kann das sein? Hat Toni Kroos das Podolski-Syndrom? Überdurschnittlich, wenn's um nix geht, aber sobald es eng wird, versteckt er sich im Kleiderschrank?«
Zum blonden Engel

Fundstück

Unglückliche Werbung Am Rande des Spiels von Köln gegen Mainz verlor ein Hooligan einen Arm. Eher unglücklich ist die Platzierung des Werbebanners bei den Kollegen von spox. Wer sich ernsthaft mit dem Thema befassen will, abseits der wohl falschen »Hooligan«-Schlagzeilen, kann bei der Nürnberger Fangruppe »Banda di Amici« eine Stellungnahme zum Vorfall lesen.



Kontroverse
Rostock gegen St. Pauli: Mit Fußball hat dieses Spiel nur noch wenig zu tun. Verstehen kann man nicht, was da abseits des Platzes abgeht. Helfen kann nur noch Ironie. Formvollendet gelingt es St. Pauli-Blogger Gegengeraden-Gerd die vielen unschönen Begleiterscheinungen eines Ausfluges in den Gästeblock im Ostseestadion auf amüsante Art und Weise darzustellen. Er bedankt sich für die  »Gastfreundschaft der Menschen«, die »uns immer so lieb eingeladen (haben), doch mal zu ihnen rüberzukommen.« Nur wegen der vielen »Schutzmänner« konnten die Geschenke nicht persönlich überreicht werden. Deshalb mussten Feuerwerkskörper und Bananen eben Richtung Gästefans und -mannschaft geworfen werden. Dankbar heißt es: »Nehmen sie das Wertvollste, was sie haben, und werfen das einfach so zu uns rüber, ohne etwas dafür zu verlangen. Besonders zu unseren Fußballspielern. Bestimmt, weil die immer so abgemagert aussehen! Ich glaube, diese Menschen wollten einfach mal etwas zurückgeben.«

Blog-Tipp
Vor Beginn der vergangenen Saison beschloss Ina S., Fan eines Bundesligisten zu werden. Bis dato schaute sie nur Spiele der Nationalmannschaft, nun sollte ein Verein her. Recht pragmatisch verlief ihre Auswahl. Hannover? Nein, sie stammt ja aus Braunschweig. Bayern? Zu langweilig, da sie zu oft gewinnen. HSV? Irgendwie unsympathisch. Die Wahl fiel auf Borussia Dortmund. »Warum? Sympathische Fans, eine bewegte Vereinsgeschichte, ein gutes Team, den Klopp mag ich und der Haussegen bleibt auch intakt.« In ihrem Blog Meine erste Saison dokumentiert Ina ihr Fandasein nun schon in Saison Nummer zwei. Warum? Das Interesse an der Bundesliga war geweckt, aber durch die Meisterschaft fehlten Erfahrungen von »harten Zeiten«. Und es gibt weiterhin so viel zu lernen: Endlich erkennt sie die »Jungs in der Nutella-Werbung«, freut sich über Verletzungen von Dortmunds Gegenspielern und hat trotz Herzklopfens ihren ersten Besuch der Südtribüne hinter sich gebracht.