Bleiben bald die Fans weg?

So langweilig, dass sich das Publikum abwendet

Er hat dabei herausgefunden, dass sich das Publikum teilweise über Teilfragen (Wer kommt in die Champions League, oder wer steigt ab?) über die Runden rettet. Fans mögen es auch, wenn der Wettbewerb in bestimmten Teilgruppen spannend ist. Es müssen also nicht 18 Bundesligisten Deutscher Meister werden können, aber vielleicht drei oder vier. Ähnlich viele sollten um internationale Plätze streiten. Auch erwarten Fans natürlich nicht, dass der Ausgang jedes Spiel komplett offen ist. Dass die Bayern heute in Hamburg Favorit sind und als solcher gestürzt werden können, ist, da decken sich Wissenschaft und Fanerfahrung ebenfalls, einer der Reize des Spiels.

Allerdings hat Pawlowski bei seiner Befragung vor allem in Dänemark festgestellt, wo der FC Kopenhagen über Jahre erdrückend dominant war, dass es dem Publikum so langweilig werden kann, dass es sich abwendet. Genau hat er nicht bemessen können, wo die Grenze liegt. »Aber es wäre extrem relevant zu ergründen, wo dieser Schwellenwert liegt«, sagte Pawlowski gestern auf dem DFB-Wissenschaftskongress in Frankfurt. Denn die Ligen, so meint er, sollten wissen, ab wann ihnen die Fans weglaufen. Damit sie vorher gegensteuern können.

Alles anders als erwartet

Ähnliche Fragen stellen sich auch für die Champions League, deren Schlussrunden seit Jahren immer die gleichen Teams untereinander ausmachen. Für die Bundesliga könnte sich die Sache allerdings vielleicht schon im kommenden Jahr wieder erledigen, wenn statt des besessenen Guardiola der etwas gemütlichere Carlos Ancelotti zum FC Bayern kommt.

Und natürlich kommt auch heute alles anders als erwartet. Schließlich hatte der HSV eine schlimme Vorbereitung auf die Rückrunde hinter sich, wichtige Spieler werden fehlen, andere sind noch nicht wieder richtig fit. Klare Sache also: Außenseitersieg!