Blatter, Platini und Co.: Die Figuren im Fifa-Sumpf

Ein dreckiges Spiel

Gesperrt, angeklagt, verhaftet: eine Übersicht der im Korruptionsskandal verstrickten Fifa-Funktionäre. Vorsicht: könnte schmutzig werden.

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Gesperrt, angeklagt, verhaftet: Viele Funktionäre sind in den Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband FIFA verstrickt. Ein Blick auf die Figuren im FIFA-Sumpf.


FIFA-Präsident JOSEPH S. BLATTER

Der 79 Jahre alte Schweizer ist derzeit gesperrt, die FIFA-Ethikkommission zog ihren Präsidenten wegen einer Millionenzahlung an UEFA-Boss Michel Platini für zunächst 90 Tage aus dem Verkehr. Mittlerweile befasst sich die rechtsprechende Kammer mit dem Fall, Blatter droht ein lebenslanger Ausschluss aus dem Fußball. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt zudem gegen Blatter wegen des Verkaufs von TV-Rechten zu Dumping-Preisen. Der Schweizer selbst ist sich keiner Schuld bewusst und fühlt sich ungerecht behandelt.

UEFA-Präsident MICHEL PLATINI
Wie Blatter ist auch Platini vorläufig gesperrt. Der Franzose galt lange Zeit als Blatters Kronprinz, nun droht ihm das Ende seiner Laufbahn als Funktionär. Der französische Nationalheld wirkt schwer angeschlagen, die FIFA-Ethikkommission hat jüngst gefordert, Platini lebenslang zu sperren.


ISSA HAYATOU

Leitet derzeit die Geschicke der FIFA, weil Blatter gesperrt ist. Auch der Kameruner ist umstritten, die ARD berichtete jüngst, Hayatou habe eine Millionen-Zahlung erhalten, um bei der Vergabe für die WM 2022 für Katar zu stimmen. Dennoch ist er (noch) nicht so sehr in den Fokus der Ermittler gerückt.


MARCO POLO DEL NERO

Gegen Brasiliens Verbandschef ist am Donnerstag ein formelles Verfahren eröffnet worden. »Wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Ethikreglement«, wie ein Sprecher der ermittelnden Kammer dem SID mitteilte. Der 74-jährige Del Nero war am 26. November, drei Tage nach der Eröffnung des Verfahrens, aus dem FIFA-Exekutivkomitee zurückgetreten. 


ALFREDO HAWIT und JUAN ANGEL NAPOUT

Hawit, CONCACAF-Interimspräsident aus Honduras, sowie CONMEBOL-Präsident Napout aus Paraguay wurden am Donnerstag unmittelbar vor Beginn der Sitzung des Exekutivkomitees verhaftet. Die hochrangigen FIFA-Funktionäre sollen Bestechungsgelder »als Gegenleistung für den Verkauf von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit der Austragung von Fußballturnieren in Lateinamerika und von WM-Qualifikationsspielen erhalten haben«, wie Schweizer Behörden sagen.


CHUCK BLAZER

Der frühere US-Spitzenfunktionär wurde von der FIFA im September mit einer lebenslangen Sperre belegt. »Herr Blazer hat in seinen unterschiedlich hochrangigen Positionen bei der FIFA und der CONCACAF fortwährend und wiederholt viele und verschiedene Handlungen eines Fehlverhaltens begangen«, lautete die offizielle Begründung. Blazer ist im Bestechungsskandal eine der Schlüsselfiguren. Der 70-Jährige war lange Jahre Mitglied der FIFA-Exekutive und Generalsekretär des Kontinentalverbandes CONCACAF. Im Zuge von Ermittlungen der US-Justiz gestand der New Yorker die mehrfache Annahme von Bestechungsgeldern und fungierte danach für die Behörden bei den Verbänden auch als eingeschleuster Informant.


ANGEL MARIA VILLAR LLONA

Der spanische Verbandspräsident und zugleich geschäftsführende Interimschef der UEFA wurde zuletzt von der Ethikkommission verwarnt. Zudem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Schweizer Franken (etwa 23.000 Euro) zahlen. Dem Exekutivmitglied der UEFA und FIFA wird laut Mitteilung der Ethikkommission ein nicht näher definiertes »Fehlverhalten« in Verbindung mit der Untersuchung der WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) vorgeworfen.


CHUNG MONG-JOON

Der milliardenschwere Unternehmer und Sohn des Hyundai-Gründers wollte im Februar für das Präsidenten-Amt kandidieren - er wurde im Oktober für sechs Jahre gesperrt. Ihm werden Verstöße im Zusammenhang mit Südkoreas gescheiterter Bewerbung für die WM 2022 vorgeworfen. Chung sprach ausdauernd von einem Komplott gegen seine Person.