Bilderbuch einer Karriere: Steffen Freund (II)

»Ich dachte: Jetzt gehen die Lichter aus«

Einst ackerte sich Steffen Freund in die Herzen seiner Fans, dann wurde er Trainer und Teletubby: Für uns durchstöbert er das Fotoalbum seiner Karriere.

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Dicke Luft am Betzenberg (2003-2004)
Das letzte halbe Jahr als Tottenham-Spieler verlief alles andere als rosig. Im Winter hatte ich nach einer peinlichen 0:4-Klatsche im FA-Cup öffentlich die Einstellung des Teams kritisiert. In der Hoffnung einer positiven Trotzreaktion. Doch die Schuss ging nach hinten los. Bei Führungsspielern wie Teddy Sheringham und auch bei Trainer Glenn Hoddle war ich von einem Tag auf den anderen unten durch. In der Folgezeit wechselte ich zwischen Tribüne und Ersatzbank. Die Mannschaft stolperte derweil von Misserfolg zu Misserfolg.



Umso überraschender, dass die Vereinsführung um Präsident Daniel Levy mir einen Tag vor Saisonende doch noch anbot, mit mir über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages zu reden. Ich hatte allerdings meine Zweifel, ob es unter Hoddle wirklich nochmal ein Zurück ins Team geben würde.

Über ein Benefiz-Spiel von Michael Schumacher auf dem Betzenberg kam der Kontakt zum FCK zustande. Aber die Grundkonstellation war im Nachhinein schlecht. Ich stieß erst nach dem ersten Spieltag zur Mannschaft und hatte die komplette Vorbereitung verpasst. Ich hatte zwar die ganze Zeit über individuell trainiert, aber das ist einfach nicht das gleiche. Zu allem Übel verletzte ich mich auch noch nach dem siebten Spieltag. In der Winterpause wurde ich dann aussortiert. Ich konnte die viel zu hohen Erwartungen leider nicht erfüllen. Dieser Wechsel war einfach ein Fehler.