Biermanns Matchplan (2): Wie die Vereine mit ihrem Geld umgehen

Diamantenauge und Wertvernichtung

Wie gut die Personalpolitik der Bundesligisten ist, kann man berechnen. Und wer auf Transfers und Marktwerte schaut, sieht: Borussia Dortmund ragt heraus. Ein anderer großer Traditionsklub ist abgeschlagen Tabellenletzter.

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Neulich gerieten auf der Suche nach neuen Aufregungen in der Bundesliga eine „Spürnase“ und ein „Super-Scout“ in den Fokus des Interesses. Es ging dabei einerseits um Michael Reschke, der als Kaderplaner den FC Bayern verließ und nun Sportdirektor beim VfB Stuttgart ist. Seinen Job in München übernehmen sollte Sven Mislintat, der bei Borussia Dortmund die Scouting-Abteilung leitet. Das jedenfalls wollten die Bayern so, woraus aber nichts wurde. Dass Leute wie sie inzwischen umworben sind, hat damit zu tun, dass sie ihren Klubs ungeheure Werte verschaffen. So war Mislintat Initiator der Verpflichtungen von Aubameyang und Dembele, dem bald wohl zweitteuersten Spieler der Geschichte, den der BVB innerhalb von einem Jahr mit vermutlich mindesten 100 Millionen Aufschlag weiterverkauft. Reschke hingegen sorgte dafür, dass Kimmich, Coman oder zuletzt Rudy und Süle nach München kamen.

Ihre Arbeit war bares Geld wert, doch wenn man sich ein komplexeres Bild davon machen will, wie gut die Personalpolitik eines Klubs ist, muss man sich mehr als die Transfers anschauen. Denn es ist durchaus interessant, dass ein Klub wie RB Leipzig in den letzten fünf Jahren gut 140 Millionen Euro mehr Ablösesummen ausgegeben als eingenommen hat und es beim SC Freiburg umgekehrt war. Kein Bundesligaverein hat einen so hohen Transferüberschuss wie Freiburg erzielt, nämlich fast 40 Millionen. Doch aussagekräftiger ist es, diese Zahlen mit einem anderen Wert ins Verhältnis setzt: der Entwicklung des Marktwertes. Dafür geben die Daten von transfermarkt.de eine einigermaßen verlässliche Orientierung.

Die Nettotabelle

Wie das funktioniert, sollen zwei Beispiele zeigen. Der Marktwert der Mannschaft von Borussia Dortmund ist zwischen dem 1. September 2012 und heute um 196 Millionen Euro gestiegen. In diesen fünf Jahren hat der Klub allerdings auch 41 Millionen Euro mehr für Transfers ausgegeben als er eingenommen hat hat - was sich mit dem Dembele-Transfer umkehren wird. Bis dahin muss man das Transferminus vom Markwertzuwachs abziehen, um einen Nettowert zu erhalten. Der SC Freiburg hat seinen Marktwert im gleichen Zeitraum zwar nur um gut 19 Millionen Euro gesteigert, aber das bereits erwähnte Transferplus wird hinzuaddiert und sorgt so für einen guten Gesamtwert.


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