Biermanns Matchplan

Transfercoups des Sommers

Nie gehört und trotzdem super. Unser Kolumnist hat sich in die Daten der Bundesliga-Neuzugänge vertieft und dabei vier Spieler gefunden, die richtig durchstarten könnten.

11FREUNDE/Imago

In den Mannschaften der Bundesligisten finden wir zur neuen Saison fast 120 Spieler, die vorher noch nie in der Bundesliga gespielt haben. Ein großer Teil von ihnen kommt aus dem Ausland, andere aus unteren Spielklassen oder den Nachwuchsteams. Bei allen stellt sich natürlich die Frage, was ihr Können eigentlich in Deutschlands erster Liga wert ist.

Eine erste Orientierung dazu liefern vergangene Spieldaten, vor allem jene weit ausdifferenzierten Statistiken von OptaPro, mit denen viele Klubs in ganz Europa arbeiten. Und dabei zeigt sich, dass Werder Bremen mit dem schwedischen Linksverteidiger Ludwig Augustinsson (siehe Titelbild) der Transfercoups des Sommers gelungen sein könnte. 

Herausragende Werte bei Augustinsson

Der 23-Jährige kommt vom FC Kopenhagen, wo er in der letzten Saison das Double aus dänischer Meisterschaft und Pokal gewann. Außerdem spielte er mit seinem Klub in der Champions League. Insgesamt erwies sich Augustinsson als äußerst angriffslustiger Außenverteidiger.

In der dänischen Liga schlug er im Schnitt 12,37 Flanken pro 90 Minuten, in den anspruchsvolleren Partien der Champions League waren es immer noch 11,38. Solche Werte erreichte ansonsten kein Spieler in den fünf großen europäischen Ligen. Wie herausragend sie sind, zeigt auch der Vergleich mit dem diesbezüglich besten Bundesligaspieler: Der Schalker Johannes Geis kam auf 6,69 Flanken, nur etwas mehr als die Hälfte von Augustinssons Wert.

Nur Lucas und Kroos sind besser

Das allein wäre uninteressant, wenn diese Flanken im Nirgendwo landen. Doch Augustinsson bereitete in der letzten Saison im Schnitt 3,39 Torabschlüsse seiner Kollegen pro 90 Minuten vor. Die Bundesligabesten im Vergleich waren Franck Ribery vom FC Bayern (3,55) und Emil Forsberg von RB Leipzig (3,53).

Außerdem schlägt Augustinsson hervorragende Standards: 1,65 Torchancen nach Ecken und Freistößen pro 90 Minuten hat er in der letzten Saison in der dänischen Liga und sogar 1,75 in der Champions League vorbereitet. In der Champions League wurde er damit nur von Lucas bei Paris St. Germain und von Toni Kroos bei Real Madrid übertroffen.

Das Spiel gegen den Ball beherrscht Augustinsson übrigens auch, letzte Saison hat er im Schnitt 4,87 Bälle pro 90 Minuten im Verteidigungsdrittel erobert. Ein Wert, den in der Bundesliga kein Spieler erreicht hat. Und unter Druck sauber passen, kann Augustinsson auch noch, dafür stehen 89,2 Prozent erfolgreicher Pässe im gegnerischen Angriffsdrittel. In der Bundesliga gab es keinen Spieler, der hier mehr als 100 Pässe gespielt hat, der diesen Wert erreicht hat.