Best of 2018: Was ist die neue Fußballer-Droge Snus?

Stillschweigen über Snus

Die Popularität des Tabaks erfuhr im September 2015 noch einmal eine Steigerung, als Marco Reus einen Twitter­post veröffentlichte. Auf der Tischablage im Flugzeug lag eine Packung »Thunder White Frosted« – ein Snusprodukt. »Mit diesem Foto ist Reus zum Helden in der Szene geworden. Einer von uns«, sagt Maik rückblickend. Reus will sich zu Snus nicht äußern, die Presseabteilung bittet um Verständnis. 

Auch andere Profis, die immer wieder als Snuskonsumenten genannt werden, wollen nichts dazu sagen. Etwa jener Bundesligaprofi, der in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga aushalf und gegen Maiks Mannschaft antrat. Bei einem Eckball ergriff der Profi die Gelegenheit, griff er in seinen Stutzen und holte Snus heraus. Als ihn Maik darauf ansprach, grinste er nur. Die Pressestelle seines heutigen Klubs dementiert entschieden. Der Profi nehme nichts dergleichen zu sich. 

»Mein Arzt war nicht begeistert. Es ätzt dir dein Zahnfleisch weg.«

Auch ein früherer Nationalspieler, den Maik über seinen Berater kennenlernte, lehnt eine Stellungnahme zu Maiks Schilderungen ab. Der Händler berichtet, während eines gemeinsamen Kaffees habe der Spieler plötzlich eine Dose Snus der Marke »Skruf« auf den Tisch gelegt. Sie verspricht echtes »svenskt snushantverk« und ist einer der beliebtesten Sorten. 

Und dann ist da die Sache mit Oscar Wendt. Der norwegische Journalist Niklas Wildhagen hatte in seinem Bundesligablog Wendt als Snuskonsumenten benannt. Auf Nachfrage bestätigt er: »Ich habe ihn während eines Interviews gesehen und bin mir sicher, dass er währenddessen snuste. Ich bin mir ganz sicher, außer, er hat sich spaßeshalber irgendwas anderes hinter die Oberlippe geklemmt«. Für Wildhagen keine Überraschung. Snus gehöre so zu Schweden wie Volvo und Ikea, sagt er, der selbst zehn Jahre snuste. 

»Mein Arzt war nicht begeistert. Es ätzt dir dein Zahnfleisch weg.« Borussia Mönchengladbach äußert sich wie die meisten anderen Klubs: »Das Thema ‚Snus‘ ist bei uns grundsätzlich bekannt. Bitte haben Sie Verständnis, dass der Spieler nicht für ein Gespräch zur Verfügung steht.«